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EHEC-Erreger an Sprossen aus Uelzen entdeckt

Darmkeim EHEC-Erreger an Sprossen aus Uelzen entdeckt

Die Ursache für die EHEC-Seuche scheint definitiv klar zu sein: Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann (CDU) erklärte am Freitag, eine „lückenlose Indizienkette“ zeige, dass die Sprossen von einem Gemüsehof aus Bienenbüttel bei Uelzen die Auslöser der Epidemie waren.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Berlin/Hannover. „Alle wesentlichen Ausbrüche der Krankheit können mit dem Unternehmen in Bienenbüttel in Zusammenhang gebracht werden“, sagte Lindemann. An Gemüse von dem Biohof wurden am Freitag erstmals Bakterien des aggressiven Typs O104 entdeckt, wie das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium am Freitag mitteilte. Dort war ein Speiserest, den eine an EHEC erkrankte Familie hinterlassen hatte, untersucht worden.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger, hatte am Vormittag in Berlin jüngste Ermittlungsergebnisse vorgestellt, die den Verdacht auf Sprossen erhärteten. Die Behörden warnen deswegen davor, rohe Sprossen zu verzehren. Haushalten und Restaurants wird empfohlen, noch vorrätige Sprossen sowie möglicherweise damit in Berührung gekommene Lebensmittel zu vernichten.

Der Verzehr roher Gurken, Tomaten und Blattsalate ist nach Ansicht der Behörden dagegen wieder ohne Bedenken möglich. Das gaben das RKI, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass die bestehende „allgemeine Empfehlung, in Norddeutschland auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat zu verzichten, nicht mehr aufrechterhalten werden muss“.

Bisher tötete der Darmkeim bundesweit mindestens 32 Menschen, darunter elf aus Niedersachsen. Am Freitag berichtete das Sozialministerium in Hannover, eine 75-jährige Frau aus dem Landkreis Göttingen sei an einer EHEC-Infektion gestorben. Über 4000 sind bundesweit an EHEC erkrankt oder stehen unter Infektionsverdacht. In der Medizinischen Hochschule Hannover starb eine 20-jährige EHEC-Patientin aus Buchholz in der Nordheide.

Bislang sind deutschlandweit mindestens 28 Menschen an EHEC-Infektionen gestorben. Unsere Zusammenstellung zeigt die wichtigsten Daten und Fakten rund um die lebensgefährliche Darminfektion.

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Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) reagierten erleichtert auf die Nachrichten des RKI. Eine generelle EHEC-Entwarnung könne aber deshalb noch nicht gegeben werden, betonten beide in Berlin. Trotzdem sei die Aufhebung der Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Blattsalat „ein gutes Signal für die Bürger“, sagte Bahr. Weil die Zahl der Neuinfektionen zudem deutlich rückläufig sei, werde sich nun aller Voraussicht nach auch die Situation in den Krankenhäusern etwas entspannen. Die Kritik am Krisenmanagement der vergangenen Tage wiesen beide Minister erneut von sich. Die Verbraucherwarnung vor dem Gemüse sei richtig gewesen, betonte der Gesundheitsminister.

Die Behörden haben bisher bei ihren Überprüfungen auf dem Gemüsehof in Bienenbüttel noch keinen EHEC-Erreger gefunden. Der Betrieb bleibt gesperrt.

Die Bauern in Niedersachsen hatten besonders unter der EHEC-Krise zu leiden, seit die Behörden vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten und Salat in Norddeutschland gewarnt hatten. Bauernpräsident Werner Hilse schätzt den Schaden allein für Niedersachsen auf bis zu 17 Millionen Euro. In ganz Deutschland liege der Schaden bei rund 80 Millionen Euro.

Stephan Fuhrer 
und Klaus Wallbaum

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