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EHEC-Hinweise auf Sprossen-Hof verdichten sich

Gefährliche Darmerkrankung EHEC-Hinweise auf Sprossen-Hof verdichten sich

Die Hinweise verdichten sich, dass der Sprossen-Hof aus Niedersachsen die Infektionsquelle für EHEC ist. Auch Mediziner sind im einen Schritt weiter: Sie fanden eine Spur für die Ursache besonders schwerer Verläufe bei Patienten. Indes forderte der Darmkeim in Niedersachsen das siebte Todesopfer.

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Achtes EHEC-Opfer in Niedersachsen

Der Sprossen-Hof in Bienenbüttel scheint nun doch die EHEC-Infektionsquelle zu sein.

Quelle: dpa

Die Hinweise auf den gesperrten Sprossen-Hof in Niedersachsen als mögliche Quelle für die EHEC-Epidemie verdichten sich. Eine dritte Mitarbeiterin des Gärtnerhofs in Bienenbüttel sei im Mai vermutlich an dem Darmkeim erkrankt gewesen, teilte Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann (CDU) mit. Inzwischen sei sie aber wieder gesund. Bisher war nur die EHEC-Erkrankung einer Mitarbeiterin des Hofs bekannt, eine zweite litt ebenfalls unter Durchfall.

Auch zwei EHEC-Patienten in Cuxhaven wiesen Verbindungen zu dem verdächtigen Hof auf, erklärte Lindemann. „Das sind Betroffene, die Produkte aus Bienenbüttel konsumiert haben.“ Der Landkreis Cuxhaven ist mit mehr als 60 EHEC-Erkrankten der Schwerpunkt der Epidemie in Niedersachsen. Der Gärtnerbetrieb hatte meist über Zwischenhändler Sprossen an zahlreiche Restaurants, Hotels und Kantinen geliefert, deren Gäste teils dutzendfach an EHEC erkrankten. Betroffen waren unter anderem ein Golfhotel im Kreis Lüneburg, ein Restaurant in Lübeck sowie Kantinen in Darmstadt und Frankfurt am Main.

Allerdings hatten die EHEC-Fahnder bislang keinen Erfolg auf dem Hof: In den ersten 23 von 40 Proben fand sich keine EHEC-Erreger. Auch eine alte, im Kühlschrank vergessene Sprossenpackung eines EHEC-Patienten war frei von den Bakterien.

Siebter Todesfall in Niedersachsen

Der gefährliche Darmkeim hat indes in Niedersachsen ein siebtes Todesopfer gefordert. Der 72 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Osterholz sei nachweislich an der Krankheit gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Mittwoch mit. Die Zahl der EHEC-Fälle und Verdachtsfälle stieg in Niedersachsen im Vergleich zum Vortag um neun auf 543 Fälle. Darunter befinden sich 109 HUS-Fälle mit schweren Komplikationen.

Unterdessen haben Ärzte der Universitätskliniken Greifswald und Bonn Hinweise auf die Ursache schwerer Verläufe bei EHEC-Patienten mit HU-Syndrom gefunden. Vieles deute darauf hin, dass neben dem Giftstoff Shigatoxin auch die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sei, sagte der Transfusionsmediziner Andreas Greinacher vom Universitätsklinikum Greifswald.

Die Autoantikörper verursachten einen Anstieg eines Gerinnungsfaktors, wodurch die Durchblutung wichtiger Gehirnregionen und der Nebennieren eingeschränkt sei. Sie werden nur von einigen EHEC-Patienten gebildet. Inzwischen wurden erste schwer erkrankte Patienten mit einer speziellen Blutwäschetherapie behandelt. „Die ersten Entwicklungen bei den Blutwerten stimmen uns optimistisch.“

Kliniken rufen zu Blut- und Plasmaspenden auf

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) rief erneut zum Blutspenden auf. In den vergangenen drei Wochen seien allein am UKE mehr als 6000 Plasmakonzentrate für die Versorgung der HUS-Patienten eingesetzt worden, berichtete eine Sprecherin. „Das entspricht etwa der Menge an Plasma, die sonst in drei bis vier Monaten gebraucht wird.“ Die Reserven müssten vor allem mit Blick auf die nahenden Sommerferien möglichst schnell wieder aufgefüllt werden.

Derzeit sind bundesweit rund 3000 EHEC-Fälle und -Verdachtsfälle registriert. Mindestens 21 Menschen sind nach Angaben von Behörden gestorben. In den stark betroffenen Ländern Hamburg und Niedersachsen flachte der Anstieg der Infektionszahlen zuletzt ab. Dagegen war die Zahl der Neuinfizierten in Schleswig-Holstein deutlich gestiegen.

Außerhalb Deutschlands gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt schon über 100 EHEC und HUS-Fälle. Bei HUS kann es unter anderem zu Nierenversagen kommen.

dpa

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