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EHEC-Infektionen im Norden steigen wieder rapide an

Niedersachsen EHEC-Infektionen im Norden steigen wieder rapide an

In den Krankenhäusern in Niedersachsen liegen immer mehr Menschen, die sich mit dem Darmkeim EHEC infiziert haben. Ob ihnen die neuartige Therapie mit einem Antikörper helfen kann, ist noch unsicher.

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Die EHEC-Infektionen in Niedersachsen steigen weiter an.

Quelle: dpa

Die Zahl der EHEC-Infektionen in Niedersachsen steigt wieder rapide an. Bisher haben sich vermutlich 344 Menschen mit dem gefährlichen Darmbakterium infiziert. An der Medizinischen Hochschule in Hannover versuchen die Mediziner, die Patienten mit dem Antikörper Eculizumab zu heilen. „Rund 150 Patienten bekommen momentan deutschlandweit diese Antikörper-Therapie“, sagte der Nierenarzt Jan Kielstein am Mittwoch in Hannover.

Ein Wundermittel sei die neuartige Therapie aber bislang nicht. „Aus unserer Klinik ist noch niemand entlassen worden, der mit dem Antikörper behandelt wurde“, meinte Kielstein. Bei einigen Patienten verbesserten sich zwar die neurologischen Auswirkungen der schweren Komplikationen wie Krampfanfälle und Halluzinationen. Doch ob der Antikörper diese Verbesserungen verursacht habe, sei noch unklar. „Wir können vermutlich erst in zwei Wochen definitiv sagen, ob der Antikörper hilft“, sagte Kielstein. Wichtig sei: Bislang vertragen alle Patienten das Medikament gut.

Landkreis Cuxhaven besonders betroffen

In den Krankenhäusern ist nach Meinung des Nierenarztes eine Verlagerung hin zu den schweren Fällen erkennbar. Landesweit ist die Zahl der Menschen, die an HUS, dem lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf des Durchfallerregers erkrankt sind, auf 68 Patienten gestiegen, sagte der Sprechers des Gesundheitsministeriums, Thomas Spieker. Bei 250 der insgesamt möglicherweise 344 Infektionen mit dem EHEC-Erreger gebe es schon eine definitive Bestätigung aufgrund von Laboruntersuchungen.

Besonders betroffen ist in Niedersachsen der Landkreis Cuxhaven: Hier sind 48 Menschen nachweislich mit EHEC infiziert, 18 von ihnen leiden an der schweren Komplikation HUS. Auch im Landkreis Lüneburg haben sich bislang mehr Menschen mit EHEC infiziert als im Rest Niedersachsens: 24 Menschen tragen das EHEC-Bakterium im Körper, 8 von ihnen sind an HUS erkrankt. Stark betroffen sind zudem die Region Hannover, der Landkreis Rotenburg und der Landkreis Harburg.

dpa

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