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EHEC-Quelle bleibt trotz Sprossenfund ein Rätsel

Herkunft weiter unklar EHEC-Quelle bleibt trotz Sprossenfund ein Rätsel

Auf die Nachricht vom EHEC-Fund an Sprossen folgt Ernüchterung: Die Lieferkette ist nicht geschlossen, die Herkunft des Erregers weiter unklar. Im Fokus steht nach wie vor der Hof in Bienenbüttel.

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Quelle: dpa

Berlin/Bienenbüttel. Die EHEC-Spurensuche nach dem Fund der verseuchten Sprossen geht weiter. Die Lieferkette vom verdächtigen Biohof in Niedersachsen zu den Erkrankten in Nordrhein-Westfalen sei noch unklar, betonte Landesverbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) am Samstag in einem WDR-Interview.

Ebenso offen ist, wie der aggressive Darmkeim auf das Gelände in Bienenbüttel kam, sagte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) der „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Heidelberg/Samstag).

uristischen Konsequenzen der EHEC-Epidemie drohen dem Betrieb dem Minister zufolge nicht. „Nach allen bisherigen Erkenntnissen wurde auf dem Betrieb nichts falsch gemacht.“ Der Hof habe hohe Hygienestandards und sei bisher nicht negativ aufgefallen.

Der Präsident des niedersächsischen Bauernverbands, Werner Hilse, kritisierte das Vorgehen der Landesregierung, Betriebe wie den Sprossenhof namentlich genannt zu haben. „Man hätte ja auch einfach sagen können: Es ist ein Betrieb in Niedersachsen von EHEC betroffen, der ist gesperrt und vor dem Verzehr von Sprossen wird gewarnt“, sagte Hilse der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Samstag). „Der Name ist doch für die Öffentlichkeit völlig irrelevant.“

Die öffentliche Nennung bedeute erstmal das Aus. „Die Chance ist, dass der Betrieb entweder schnell wieder freigegeben wird oder er genug finanzielle Reserven hat, um einen Neuanfang zu schaffen.“

Verbraucher sollten verdächtige Sprossenpackungen zu den Behörden bringen

Am Freitag war erstmals der gefährliche EHEC-Typ O104 an Sprossengemüse nachgewiesen worden. Die Auswertung einer Gegenprobe vom zuständigen Bundesinstitut für Risikobewertung steht allerdings noch aus. Ob es sich genau um den Erregerstamm handelt, der mehr als 30 Menschen in Deutschland das Leben kostete, steht nicht fest.

Remmel bedankte sich bei dem Familienvater, der die Sprossen den Behörden übergeben hatte. Er hatte keine Sprossen gegessen und blieb gesund, während seine Frau und seine Tochter schwer erkrankten. Das ist für die Ermittler das wichtigste Indiz, dass die Sprossen schon verseucht waren, als sie gekauft wurden - und die Erreger nicht erst in der Mülltonne in die Tüte gelangten. Er forderte Verbraucher auf, weiterhin verdächtige Sprossenpackungen den Behörden zu bringen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte der „Bild am Sonntag“: „Weitere Todesfälle sind nicht ausgeschlossen, so schmerzlich das ist. Als Bundesgesundheitsminister schaue ich deshalb besonders auf die aktuelle Situation in den Krankenhäusern.“ Ein Wiederaufflammen der Seuche hält er für „sehr unwahrscheinlich“.

Mehr als 4000 Menschen sind deutschlandweit an EHEC erkrankt oder stehen unter Infektionsverdacht. Jost de Jager, Wissenschaftsminister in Kiel, warnte davor, die Krankenhäuser auf den hohen Kosten sitzen zu lassen. „Allein am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein drohen uns schon jetzt Fehlbeträge in Höhe mehrerer Millionen Euro“, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos setzt nach der Entwarnung für Tomaten, Salat und Gurken auf eine steigende Gemüsenachfrage. „Ich hoffe, dass der Markt sich schnell wieder erholt“, sagte Ciolos der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Er bekräftigte, die Europäische Kommission wolle Bauern eine schnelle Entschädigung für die Ausfälle zusichern. Er setze darauf, dass die EU-Mitgliedstaaten am Dienstag grünes Licht für das 210-Millionen-Euro-Hilfspaket der Kommission geben. „Dann könnten wir die ersten Hilfen im Juli abwickeln und auszahlen.“

dpa

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EHEC

Gesundheitsminister Bahr hält weitere EHEC-Todesfälle für möglich. Bei der Fahndung ist unterdessen ein Durchbruch gelungen: Erstmals gibt es eine klare Spur vom Sprossen-Betrieb in Bienenbüttel zu Patienten. Freispruch für Gurken, Tomaten und Blattsalat.

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