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EHEC verbreitet sich womöglich von Mensch zu Mensch

Gefährlicher Darmkeim EHEC verbreitet sich womöglich von Mensch zu Mensch

EHEC hat in Niedersachsen bereits zehn Tote gefordert. Neue Hinweise deuten darauf hin, dass der gefährliche Keim auch von Mensch zu Mensch wandert. Dieser Weg der Infizierung ist möglicherweise auch für die Krankheitsfälle in Göttingen verantwortlich.

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Der EHEC-Keim hat bundesweit 29 Tote gefordert.

Quelle: dpa

Hannover/Göttingen. Der EHEC-Erreger hat in Niedersachsen zwei weitere Todesopfer gefordert. Ein 68-Jähriger und eine 20-Jährige, beide aus dem Kreis Harburg, starben am Donnerstag an den Folgen der Keimerkrankung. Damit sind in Niedersachsen bereits zehn Menschen an der Epidemie gestorben, bundesweit sind es 29. Bei der Suche nach der Quelle des Erregers konzentrieren sich die Behörden weiter auf einen Biohof im Kreis Uelzen, der Sprossen produziert, die viele der EHEC-Erkrankten verzehrt hatten.

Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ist der Keim inzwischen möglicherweise erstmals in mehreren Fällen von Mensch zu Mensch übertragen worden. Aus Kreisen hessischer Behörden verlautete, für eine neue Häufung von EHEC-Fällen in Göttingen seien möglicherweise nicht die Sprossen direkt verantwortlich. Man prüfe auch, ob eine bereits mit EHEC infizierte Mitarbeiterin einer Cateringfirma das Essen für eine private Feier verunreinigt habe. Zu der Feier zum 70. Geburtstag im Landkreis Göttingen Ende Mai waren 70 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Wie inzwischen bekannt wurde, sind fünf Niedersachsen und drei Hessen unter den Gästen mit EHEC infiziert.

Beliefert worden war die Festtagsgesellschaft von einer Cateringfirma im Landkreis Kassel. Ob der Caterer von dem unter EHEC-Verdacht stehenden Biohof bei Uelzen mit Sprossen beliefert worden ist, sei noch unklar, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Hannover. Die Befragungen dauerten an. Einer der Patienten hat zu Protokoll gegeben, weder Salat noch Gemüse verzehrt zu haben, wie Gerhard Anton Müller vom Göttinger Universitätsklinikum erklärte.

Spur führt über Umwege nach Bienenbüttel

Derweil gehen die hessischen Behörden einer Spur nach, die über Umwege wieder zum Biohof nach Bienenbüttel (Kreis Uelzen) führen könnte. Nach Informationen dieser Zeitung hatte sich eine enge Verwandte des Cateringbetreibers aus dem Kreis Kassel zuvor in einer Kantine in Frankfurt angesteckt. Diese Kantine wiederum wurde von dem Bienenbütteler Sprossenproduzenten beliefert und gilt als einer der Ausbruchsschwerpunkte der Epidemie. „Die Behörden haben Hinweise darauf, dass es sich in diesem Fall um eine Infektion vom Menschen handeln könnte“, sagte eine Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums.

Unterdessen wurde bekannt, dass der unter EHEC-Verdacht stehende Hof in Bienenbüttel möglicherweise auch nach der Sperrung durch Niedersachsens Verbraucherschutzminister Gert Lindemann (CDU) Gemüse verkauft hat – und zwar legal. Wie das Ministerium bestätigte, gilt die Sperrung nur für die unter Verdacht geratene Sprossenproduktion. „Wenn der Hof weiterhin Gurken oder Tomaten verkaufen möchte, können wir das rechtlich nicht verhindern“, sagte Gert Hahne, Sprecher des Ministers. Die Behörden haben nach den bisher ausgewerteten Proben noch keinen Beweis dafür, dass die Sprossen des Hofes die EHEC-Quelle sind.

Dirk Schmaler und Britta Bielefeld

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Trotz EHEC-Verdacht

Der unter EHEC-Verdacht stehende Biohof in Bienenbüttel in Niedersachsen darf außer Sprossen weiter anderes Gemüse verkaufen. Bei dem Bio-Gartenbaubetrieb besteht der Verdacht, dass dort gezogene Sprossen eine Quelle für die EHEC-Erkrankungen sind.

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