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EHEC-Erreger Lindemann will Biohof wieder freigeben
Nachrichten Panorama EHEC-Erreger Lindemann will Biohof wieder freigeben
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14:02 10.07.2011
Die Sprossen aus dem Biohof in Bienenbüttel sollten angeblich die EHEC-Epidemie in Deutschland ausgelöst haben. Quelle: dpa
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Oldenburg/Bienenbüttel

Der Besitzer des Biohofs in Bienenbüttel, von dem aus die EHEC-Epidemie in Deutschland ausgelöst worden sein soll, kann aufatmen. „Ich gehe davon aus, in der nächsten Woche den Betrieb in Bienenbüttel wieder freizugeben“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) am Samstag in Oldenburg. Das geschehe in Absprache mit den Bundesinstitutionen, die ihre Untersuchungen noch beenden müssten. EHEC-Neuausbrüche habe es in Niedersachsen keine mehr gegeben.

Die Betreiber hatten am Freitag erklärt, gegen das verhängte Handelsverbot Klage einreichen zu wollen. Die von den Behörden verhängten Maßnahmen kämen einer faktischen dauerhaften Betriebsstilllegung gleich und seien mit enormen wirtschaftlichen Verlusten bis hin zur Insolvenzgefährdung verbunden, betonte der Inhaber. Bei keiner der seit dem 3. Juni ausgewerteten rund 1000 Proben sei bislang ein positiver EHEC-Befund festgestellt worden.

Selbstverständlich sei dem Inhaber eine Klage unbenommen, sagte Lindemann. Ob der Inhaber die Klage auch nach der Freigabe des Betriebes aufrechterhalten werde, könne er nicht sagen. Das Land Niedersachsen habe dem Hofbesitzer Landesbürgschaften in Aussicht gestellt. „Wir wollen ihm dabei helfen, dass der Betrieb wieder anlaufen kann“, erklärte der Minister.

Als wahrscheinlicher Auslöser der EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich gilt ägyptischer Bockshornkleesamen. Er war nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums über Zwischenhändler auch an den gesperrten Hof in Bienenbüttel geliefert worden. Wegen einer dichten Indizienkette war der Hof in der Lüneburger Heide als Ursprung der Epidemie in Deutschland mit bislang rund 50 Toten ausgemacht worden. Ermittlungen gegen die Betreiber wurden inzwischen eingestellt, weil ihnen kein fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten angelastet werden kann.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ hatte ein Unternehmen aus dem niederrheinischen Neunkirchen-Vluyn die Samen importiert. Im Dezember 2009 seien insgesamt 15.000 Kilogramm Bockshornkleesamen nach Europa eingeführt worden. 10.500 Kilo davon seien an einen deutschen Zwischenhändler gegangen, der wiederum 75 Kilo an einen Bio-Hof in Bienenbüttel geliefert habe. 3550 Kilo gingen an andere Händler in Deutschland - der Rest nach Österreich, England und Spanien. Auch die Samen, mit denen sich die französischen Ehec-Opfer in der Gegend von Bordeaux infizierten, stammten von dem deutschen Importeur.

dpa

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