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EHEC-Erreger Neue EHEC-Spur nach Familienfeier in Göttingen
Nachrichten Panorama EHEC-Erreger Neue EHEC-Spur nach Familienfeier in Göttingen
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17:02 09.06.2011
In Niedersachsen sind zwei weitere Menschen an EHEC-Infektionen gestorben. Quelle: dpa
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Hannover

Zwar geht die Zahl neuer EHEC-Erkrankungen zurück, die gefährliche Durchfallepidemie allerdings hat in Niedersachsen zwei weitere Todesopfer gefordert. Zugleich wurde eine weitere Häufung von EHEC-Fällen nach einer Familienfeier im Landkreis Göttingen registriert, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Donnerstag mit. In Niedersachsen sind somit bereits 10 Menschen an dem tückischen Darmkeim gestorben, bundesweit sind es 29. Auf der Suche nach dem Auslöser der Krankheitswelle gab es weiter keinen Durchbruch, alles konzentriert sich aber auf den in Verdacht stehenden Biohof und die von dort vertriebenen Sprossen.
„Es läuft alles auf diesen Betrieb hinaus, es läuft alles auf Sprossen hinaus“, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover, Gert Hahne. Trotz der fieberhaften Auswertung zahlreicher Proben von dem Hof in Bienenbüttel fehle allerdings weiter der konkrete Labornachweis. „Wir müssen warten.“ Ob dies eine Frage von Stunden oder noch etlichen Tagen sei, lasse sich nicht vorhersagen. Neben dem Biohof werden auch andere niedersächsische Sprossenhersteller und Vorlieferanten kontrolliert.

Die Teilnehmer der privaten Feier eines 70. Geburtstags im südlichen Landkreis Göttingen waren aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Alleine fünf aus Niedersachsen erkrankten und kamen ins Krankenhaus, sagte der Leiter des Göttinger Gesundheitsamtes. Beliefert worden war die Festgesellschaft von einer Catering-Firma aus dem Landkreis Kassel in Nordhessen. Auch dort seien Teilnehmer der Familienfeier an EHEC erkrankt. Erkrankte und nicht erkrankte Gäste der Feier werden nun detailliert danach gefragt, was sie gegessen haben, um dem Auslöser auf die Spur zu kommen.

Ob der Caterer möglicherweise von dem als Auslöser der Epidemie in Verdacht stehendem Biohof mit Sprossen beliefert worden ist, sei noch vollkommen unklar, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Behörden in Hessen und Niedersachsen bündelten bei den Untersuchungen ihre Kräfte. Eingeschaltet seien die Gesundheitsämter in Göttingen und Kassel sowie das Hessische Landesprüfungsamt im Gesundheitswesen in Dillenburg.

Am Mittwoch waren zwei EHEC-Infizierte aus dem Landkreis Harburg an der schweren Durchfallerkrankung gestorben. Dabei handele es sich um einen 68-Jährigen aus Neu Wulmstorf und eine 20-Jährige aus Buchholz. Der zusätzlich an einer Krebserkrankung leidende Mann war bereits am 3. Mai an EHEC erkrankt, die junge Frau starb neun Tage nach dem Ausbruch der Krankheit.

Unterdessen verlangsamte sich die Ausbreitung der EHEC-Epidemie, allerdings werden weiterhin neue Patienten registriert. Die Zahl der Fälle und Verdachtsfälle stieg auf 564, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Donnerstag mit. Das waren 21 mehr als am Vortag. Bei 452 Erkrankten gibt es bisher einen definitiven Labornachweis, dass es sich um EHEC handelt. 112 Menschen erkrankten an der schweren Verlaufsform der Durchfallerkrankung. „Grund zur Entwarnung gibt es noch nicht“, sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker. „Aber wir haben momentan in der Tendenz einen geringeren Anstieg von Neuinfektionen als in der vergangenen Woche.“ Im Bundesland Bremen stieg die Zahl der Fälle und Verdachtsfälle auf 64.

Ob der Caterer möglicherweise von dem als Auslöser der Epidemie in Verdacht stehendem Biohof mit Sprossen beliefert worden ist, sei noch unklar, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Behörden in Hessen und Niedersachsen bündelten bei den Untersuchungen ihre Kräfte.

Am Mittwoch waren zwei EHEC-Infizierte aus dem Landkreis Harburg an der schweren Durchfallerkrankung gestorben. Dabei handele es sich um einen 68-Jährigen aus Neu Wulmstorf und eine 20-Jährige aus Buchholz. Der zusätzlich an einer Krebserkrankung leidende Mann war bereits am 3. Mai an EHEC erkrankt, die junge Frau starb neun Tage nach dem Ausbruch der Krankheit. Bundesweit starben damit mindestens 28 Menschen nach einer EHEC-Infektion.

dpa

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