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EHEC-Erreger Niedersachsens Bauern nach Gemüse-Entwarnung erleichtert
Nachrichten Panorama EHEC-Erreger Niedersachsens Bauern nach Gemüse-Entwarnung erleichtert
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15:37 10.06.2011
Die Rücknahme der Warnung vor Tomaten, Gurken und Salat hat für große Erleichterung gesorgt. Quelle: dpa
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Hannover

Die Rücknahme der Warnung vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und Salat hat bei Niedersachsens Bauern für große Erleichterung gesorgt. „Das ist generell der von den Gemüsebauern dringend erwartete Moment“, sagte Landvolk-Präsident Werner Hilse am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Dagegen hat sich die Lage für den unter EHEC-Verdacht stehenden Biohof in Bienenbüttel verschärft. Höchstwahrscheinlich ist die grassierende EHEC-Epidemie auf Sprossen zurückzuführen, die von dem Hof stammen. „Einen Nachweis des Erregers auf diesem Lebensmittel ist aber bisher noch nicht gelungen“, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger.

Zugleich hoben die Behörden die Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland auf. Damit höre endlich die Vernichtung von Gemüse auf, das nicht belastet war, sagte Hilse. Für die Gemüsebauern ende damit die Unsicherheit, ob sie neu anpflanzen sollten.

Auf Bundesebene schätzt Hilse den Schaden auf rund 80 Millionen Euro, allein für Niedersachsen zwischen 15 und 17 Millionen Euro. „Jeden Tag kommt in Niedersachsen eine Million dazu.“ Einige Betriebe seien in der Existenz gefährdet. „Das ist heute eine gute Botschaft für die deutschen und europäischen Gemüseerzeuger“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner.

Der Sprossenhof in Bienenbüttel wurde unterdessen komplett gesperrt. Er darf jetzt kein Gemüse mehr in den Handel liefern, wie Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) sagte. Bisher galt das Verkaufsverbot nur für Sprossen. Der Betreiber habe aber bereits freiwillig seit Sonntag keine anderen Produkte mehr in Umlauf gebracht, sagte der Minister. Der Bienenbütteler Betrieb sei zwar definitiv als Hauptauslöser für die Erkrankungswelle ausgemacht worden. Es könne aber auch andere Wege gegeben haben, sich mit EHEC anzustecken als durch den Verzehr von Sprossen, sagte der Minister. So sei auch möglich, dass der Erreger von Mensch zu Mensch oder vom Menschen auf ein landwirtschaftliches Produkt übertragen worden sei.

Der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Matthias Puls, sagte zur Gefahr, sich durch bloßen Kontakt mit an EHEC-Erkrankten selber anzustecken: „Ich möchte sehr davor warnen, hier ein Schreckensgespenst zu malen.“ Normalerweise spiele dieser Infektionsweg eine extrem untergeordnete Rolle bei EHEC-Erkrankungen. Normale Hygienemaßnahmen seien ausreichend.

Das Sozialministerium teilte mit, dass es in Niedersachsen einen elften EHEC-Todesfall gibt. Eine 75 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Göttingen starb bereits vor einer Woche an dem Erreger, ihr Tod wurde aber erst jetzt definitiv auf EHEC zurückgeführt. Die Frau hatte aber nicht an der Familienfeier in Göttingen teilgenommen, bei der sich zahlreiche Menschen mit EHEC infiziert hatten.

dpa

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