Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
EHEC-Erreger Niedersächsische Sprossen offenbar Ursache für EHEC
Nachrichten Panorama EHEC-Erreger Niedersächsische Sprossen offenbar Ursache für EHEC
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:55 05.06.2011
Von Dirk Schmaler
Niedersächsische Sprossen sind offenbar die Ursache für EHEC. Quelle: dpa
Anzeige

„Die Indizienlage ist so deutlich, dass wir dem Verbraucher empfehlen müssen, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten“, sagte Lindemann am Sonntagabend auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Der Betrieb ist seit Sonntag gesperrt, die Waren werden vom Markt genommen.

Der Gemüsehof beliefert Gastronomiebetriebe, Groß- und Wochenmärkte, außerdem sind die Sprossen in Reformhäusern unter der Bezeichnung „Milde Sprossenmischung“ erhältlich. Das Ministerium schließt nicht aus, dass auch andere Sprossenproduzenten betroffen sein könnten. Bisher standen vor allem Salatgurken sowie Tomaten und Salat unter Verdacht, den EHEC-Erreger zu transportieren, an dem bis zum Sonntag 21 Menschen gestorben sind. Lindemann wollte am Sonntag trotz der neuen Erkenntnisse noch keine Entwarnung für das Gemüse geben. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es neben den Sprossen als wahrscheinlicher Quelle noch eine zweite Quelle gibt“, sagte der Minister.

Vor allem die Handelswege haben die Experten vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) auf die Spur des Gärtnerhofes in Bienenbüttel gebracht. Der Betrieb belieferte über Zwischenhändler mehrere Restaurants, Kantinen und Wochenmärkte, die EHEC-Erkrankte, etwa in Lübeck, Lüdersburg, Rotenburg (Wümme), aber auch in Darmstadt und Frankfurt besucht hatten. Zudem sind nach Ministeriumsangaben zwei Mitarbeiterinnen des Biohofes an Durchfall erkrankt, bei einer ist der EHEC-Erreger bereits nachgewiesen.

In Bienenbüttel werden insgesamt 18 Sprossensorten angebaut, darunter die japanische Adzukibohne. Das Saatgut bezieht der Betrieb aus Deutschland, europäischen Ländern und aus Fernost – woher genau, wollte Lindemann jedoch aus Rücksicht auf „neue internationale Debatten“ vorerst nicht bekannt geben. Sprossen waren 1996 in Asien Ursache für eine schwere EHEC-Epidemie mit mehreren Tausend Toten. Nach Angaben des Laves-Abteilungsleiters Michael Kühne ist es wahrscheinlich, dass der Erreger durch das Saatgut nach Norddeutschland eingeschleppt wurde. Erste Testergebnisse hierzu sollen heute vorliegen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die Experten sind sich ziemlich sicher. Auch wenn der letzte Beweis fehlt: Sprossengemüse aus Niedersachsen ist wohl dafür verantwortlich, dass EHEC grassiert. Ob alle gefährlichen Sprossen bereits verzehrt sind, ist unbekannt. Die Fahndung läuft.

05.06.2011

In Niedersachsen gibt es neue Spuren zur Herkunft des aggressiven EHEC-Erregers. Demnach könnten Sprossen die Ursache für die schwere EHEC-Epidemie mit bisher 18 Toten in Deutschland sein, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Behördenkreisen.

05.06.2011

Gesundheitsminister Bahr räumt Versorgungsengpässe bei Krankenhäusern durch EHEC-Erreger ein. In Hamburg will er sich am Sonntag im Universitätsklinikum Eppendorf sich einen Überblick verschaffen. Für Mittwoch ist auf Bundesebene ein Krisengipfel geplant.

05.06.2011

Die Experten sind sich ziemlich sicher. Auch wenn der letzte Beweis fehlt: Sprossengemüse aus Niedersachsen ist wohl dafür verantwortlich, dass EHEC grassiert. Ob alle gefährlichen Sprossen bereits verzehrt sind, ist unbekannt. Die Fahndung läuft.

05.06.2011

In Niedersachsen gibt es neue Spuren zur Herkunft des aggressiven EHEC-Erregers. Demnach könnten Sprossen die Ursache für die schwere EHEC-Epidemie mit bisher 18 Toten in Deutschland sein, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Behördenkreisen.

05.06.2011

Gesundheitsminister Bahr räumt Versorgungsengpässe bei Krankenhäusern durch EHEC-Erreger ein. In Hamburg will er sich am Sonntag im Universitätsklinikum Eppendorf sich einen Überblick verschaffen. Für Mittwoch ist auf Bundesebene ein Krisengipfel geplant.

05.06.2011
Anzeige