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Niedersächsische Sprossen offenbar Ursache für EHEC

Darmkeim Niedersächsische Sprossen offenbar Ursache für EHEC

Bei der Suche nach der Quelle für die lebensgefährliche EHEC-Epidemie führt eine erste konkrete Spur zu einem Gartenbaubetrieb in Niedersachsen. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Gert Lindemann konnten in dem Betrieb im Landkreis Uelzen produzierte Sprossen mit allen größeren Ausbruchsorten und dort Erkrankten in Zusammenhang gebracht werden.

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Niedersächsische Sprossen sind offenbar die Ursache für EHEC.

Quelle: dpa

„Die Indizienlage ist so deutlich, dass wir dem Verbraucher empfehlen müssen, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten“, sagte Lindemann am Sonntagabend auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Der Betrieb ist seit Sonntag gesperrt, die Waren werden vom Markt genommen.

Der Gemüsehof beliefert Gastronomiebetriebe, Groß- und Wochenmärkte, außerdem sind die Sprossen in Reformhäusern unter der Bezeichnung „Milde Sprossenmischung“ erhältlich. Das Ministerium schließt nicht aus, dass auch andere Sprossenproduzenten betroffen sein könnten. Bisher standen vor allem Salatgurken sowie Tomaten und Salat unter Verdacht, den EHEC-Erreger zu transportieren, an dem bis zum Sonntag 21 Menschen gestorben sind. Lindemann wollte am Sonntag trotz der neuen Erkenntnisse noch keine Entwarnung für das Gemüse geben. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es neben den Sprossen als wahrscheinlicher Quelle noch eine zweite Quelle gibt“, sagte der Minister.

In der zweiten Maiwoche sind in Deutschland die ersten Fälle von schweren Darminfektionen aufgetreten. Seitdem haben sich zahlreiche Menschen infiziert. Hintergrund ist nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes das EHEC-Bakterium.

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Vor allem die Handelswege haben die Experten vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) auf die Spur des Gärtnerhofes in Bienenbüttel gebracht. Der Betrieb belieferte über Zwischenhändler mehrere Restaurants, Kantinen und Wochenmärkte, die EHEC-Erkrankte, etwa in Lübeck, Lüdersburg, Rotenburg (Wümme), aber auch in Darmstadt und Frankfurt besucht hatten. Zudem sind nach Ministeriumsangaben zwei Mitarbeiterinnen des Biohofes an Durchfall erkrankt, bei einer ist der EHEC-Erreger bereits nachgewiesen.

In Bienenbüttel werden insgesamt 18 Sprossensorten angebaut, darunter die japanische Adzukibohne. Das Saatgut bezieht der Betrieb aus Deutschland, europäischen Ländern und aus Fernost – woher genau, wollte Lindemann jedoch aus Rücksicht auf „neue internationale Debatten“ vorerst nicht bekannt geben. Sprossen waren 1996 in Asien Ursache für eine schwere EHEC-Epidemie mit mehreren Tausend Toten. Nach Angaben des Laves-Abteilungsleiters Michael Kühne ist es wahrscheinlich, dass der Erreger durch das Saatgut nach Norddeutschland eingeschleppt wurde. Erste Testergebnisse hierzu sollen heute vorliegen.

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Die Experten sind sich ziemlich sicher. Auch wenn der letzte Beweis fehlt: Sprossengemüse aus Niedersachsen ist wohl dafür verantwortlich, dass EHEC grassiert. Ob alle gefährlichen Sprossen bereits verzehrt sind, ist unbekannt. Die Fahndung läuft.

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