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Tödlicher EHEC-Keim gibt Behörden neue Rätsel auf

Darmerreger Tödlicher EHEC-Keim gibt Behörden neue Rätsel auf

Bei der Suche nach der Ursache für die EHEC-Epidemie gibt es trotz der jüngsten Warnungen vor niedersächsischen Sprossen keine Gewissheit. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums wiesen die ersten 23 von 40 Proben eines seit Sonntag gesperrten Biohofes im Kreis Uelzen keine Spuren des Darmerregers auf.

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Ein Gärtnerhof aus Niedersachsen war wegen seiner Lieferwege als Ausgangspunkt des aggressiven EHEC-Erregers ins Visier geraten.

Quelle: dpa

Dem Ministerium zufolge wird es damit immer unwahrscheinlicher, dass die Quelle der Infektionswelle schnell schlüssig bewiesen werden wird. „Ein kurzfristiger Abschluss der Untersuchungen und der Kontaminationsabklärung ist nicht zu erwarten“, hieß es am Montag.

Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) hält jedoch weiterhin an dem Verdacht fest. „Unsere Kausalkette ist wasserdicht und plausibel. Sie reißt nicht ab“, sagte ein Sprecher. Es sei nicht auszuschließen, dass vor Wochen eine Ladung Saatgut kontaminiert war, die längst verbraucht wurde. Den Vorwurf, Niedersachsen sei mit der Warnung vor Sprossen aufgrund von Lieferwegen vorschnell vorgeprescht, wies ein Ministeriumssprecher zurück: „Wir müssen die Verbraucher davor warnen, etwas Lebensbedrohliches zu essen.“

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert als Konsequenz aus der vielstimmigen Informationspolitik der vergangenen Tage Änderungen der Zuständigkeiten im Lebensmittelbereich. „Wir brauchen bei Krisen eine nationale Koordinierung der Zuständigkeiten“, sagte Verbraucherschützerin Hedi Grunewald am Montag gegenüber dieser Zeitung. Es sei für Verbraucher irritierend, wenn Landesbehörden, Bundesregierung und Bundesstellen wie das Robert-Koch-Institut jeweils eigene Ergebnisse präsentierten. „Der Verbraucher erwartet, dass die Behörden mit einer Stimme sprechen.“

Auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, der hannoversche Arzt Prof. Reinhard Brunkhorst, äußerte Kritik am Krisenmanagement. „Ich sehe nicht, dass der Föderalismus bei solch einer länderübergreifenden Epidemie Vorteile hat“, sagte Brunkhorst. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) verteidigte in Berlin die Arbeit der Behörden. „Bund und Länder arbeiten Hand in Hand, und das rund um die Uhr“, sagte sie. Die Suche nach dem Erreger gestalte sich als „schwieriges Puzzlespiel“.

In der zweiten Maiwoche sind in Deutschland die ersten Fälle von schweren Darminfektionen aufgetreten. Seitdem haben sich zahlreiche Menschen infiziert. Hintergrund ist nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes das EHEC-Bakterium.

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Brunkhorst hält einen Zusammenhang zwischen der EHEC-Epidemie und dem Verzehr von Sprossen trotz negativer Laborergebnisse für naheliegend. Der Chefarzt des Oststadt-Krankenhauses in Hannover befragte am Montag alle seine 18 Patienten, die unter dem HUS-Syndrom leiden, einer schweren Ausprägung des EHEC-Erregers. 16 von ihnen, darunter drei Vegetarierinnen, hätten sich erinnert, unlängst Sprossen gegessen zu haben.

Dirk Schmaler, Stephan Fuhrer und Gunnar Menkens

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Nach dem EHEC-Verdacht bei Sprossen hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium das Ergebnis erster Probenuntersuchungen bekannt gegeben.

Die ersten 23 von 40 Sprossen-Proben aus dem verdächtigen Betrieb in Bienenbüttel im Kreis Uelzen sind EHEC-frei. Das teilte das niedersächsische Verbraucherministerium am Montag mit. Bei den übrigen Proben liefen weitere Untersuchungen.

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