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Zahl der EHEC-Neuerkrankungen im Norden sinkt

Darmkeim Zahl der EHEC-Neuerkrankungen im Norden sinkt

Aufatmen im Norden Deutschlands: Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen geht zurück. Die Verbraucher kaufen nach der Entwarnung für Salat, Gurken und Tomaten wieder gerne Gemüse. Sprossen von einem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel waren als Träger des gefährlichen Darmkeims identifiziert worden.

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Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen im Norden sinkt.

Quelle: dpa

Hamburg/Kiel . Die Zahl der an EHEC neuerkrankten Menschen im Norden ist stark gesunken. Seit Sonnabend seien nur elf neue bestätigte EHEC-Fälle gemeldet worden, sagte Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Dienstag. In Hamburg kamen nach Angaben der Gesundheitsbehörde seit Pfingstmontag 14 neue Fälle von EHEC hinzu, davon fünf Verdachtsfälle. In der Hansestadt sei kein neuer Fall der Komplikation HUS gemeldet worden. In Restaurants oder auf Märkten ordern Verbraucher inzwischen wieder verstärkt Gemüse. Wegen der EHEC-Warnung vor Gurken geht die juristische Auseinandersetzung mit dem spanischen Gemüsehändler Frunet für die Hamburger Gesundheitsbehörde weiter.

Sprossen von einem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel waren als Träger des gefährlichen Darmkeims identifiziert worden. Deshalb sollen in Deutschland derzeit laut Warnung der Behörden keine rohen Sprossen gegessen werden.

Bislang sind deutschlandweit mindestens 28 Menschen an EHEC-Infektionen gestorben. Unsere Zusammenstellung zeigt die wichtigsten Daten und Fakten rund um die lebensgefährliche Darminfektion.

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Bisher wurden in Hamburg insgesamt 1053 Fälle von EHEC oder EHEC-Verdacht sowie 181 HUS-Fälle bekannt. Sechs Menschen starben. Wegen der Feiertage sei bei der Interpretation der rückläufigen Tendenz aber noch immer eine gewisse Vorsicht angebracht, betonte die Behörde. Die Zahl der Infizierten in Schleswig-Holstein stieg auf insgesamt 806. Neue Fälle der schweren Komplikation HUS sind seit Sonnabend nicht gemeldet worden. Die Zahl stagniert bei 188 Fällen.

Unterdessen läuft der Gemüse-Verkauf nach der EHEC-Entwarnung wieder an. „Der Verbraucher hat gleich reagiert, die Nachfrage steigt“, sagte der Vorstandschef der Verwaltungsgenossenschaft des Hamburger Großmarktes, Hans Joachim Conrad. Die Menschen fassten wieder Vertrauen. Bis das vorherige Niveau beim Konsum von Salat, Gurken und Tomaten wieder erreicht sei, könnten aber noch etwa zwei Wochen vergehen.

Gemüse werde wieder gekauft, sagte auch Klaus Dahmke vom Bauernverband Schleswig-Holstein am Dienstag. Für Pfingsten sei die amtliche Entwarnung jedoch zu spät gekommen, so dass die Verbraucher in vielen Supermärken vor leeren Gemüseregalen gestanden hätten. Die großen Verbraucher-Ketten hätten es nicht mehr geschafft, nach der Aufhebung der Verzehrwarnung rechtzeitig zu ordern. Auch in den Restaurants wird gerne Salat bestellt: „Es rollt langsam wieder an“, sagte eine Sprecherin des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands.

In der zweiten Maiwoche sind in Deutschland die ersten Fälle von schweren Darminfektionen aufgetreten. Seitdem haben sich zahlreiche Menschen infiziert. Hintergrund ist nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes das EHEC-Bakterium.

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Für die Hamburger Gesundheitsbehörde geht das juristische Nachspiel wegen der EHEC-Gurkenwarnung weiter. Als Vertreter des spanischen Obst- und Gemüsehändlers Frunet reichte die Kanzlei Lindenpartners einen Unterlassungsantrag beim Verwaltungsgericht der Hansestadt ein, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte. Frunet will, dass der Hamburger Behörde unter anderem die Behauptung verboten wird, der auf der Gurke der Firma „angeblich nachgewiesene Erreger sei lebensgefährlich“. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Kanzlei einen Eilantrag auf Akteneinsicht gestellt. Am Ende könnte es um Schadenersatz in Millionenhöhe gehen.

Auf den Gurken wurden zwar EHEC-Bakterien nachgewiesen. Diese waren aber von einem anderen Typ als der grassierende Erreger, wie Wissenschaftler später feststellten. Die Warnung sei richtig gewesen, erklärte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Diese hat nach Angaben einer Gerichtssprecherin nun bis Ende der Woche Zeit, zu dem Unterlassungsantrag Stellung zu nehmen. Wann eine Entscheidung zu erwarten sei, sei aber noch offen.

dpa

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