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EHEC-Erreger Zahl der EHEC-Todesopfer steigt auf 26
Nachrichten Panorama EHEC-Erreger Zahl der EHEC-Todesopfer steigt auf 26
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15:57 09.06.2011
Erdbeeren stehen noch nicht in Verdacht, Träger des gefährlichen EHEC-Keims zu sein. Händler informieren trotzdem die Kunden. Quelle: dpa
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Berlin

Nach der Infektion mit dem gefährlichen Darmkein EHEC sind jetzt bereits 26 Menschen gestorben. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab am Donnerstag einen weiteren Todesfall bekannt. Im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ergaben Untersuchungen von Gurkenproben aus Magdeburg noch keine neuen Hinweise auf die Infektionsquelle. Auch wenn Politik und Wissenschaft keine Entwarnung geben: Seit mehreren Tagen gehen die gemeldeten EHEC-Fälle zurück. Notaufnahmen registrierten deutlich weniger Patienten mit blutigen Durchfällen, berichtete das RKI.

Das Institut beobachtet die Seuche nun schon im zweiten Monat. Der früheste Beginn der Durchfallerkrankung datiert vom 1. Mai. Insgesamt erkrankten seitdem den Angaben zufolge rund 2800 Patienten nachweislich an EHEC, davon 722 an der lebensgefährlichen Komplikation HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom. 18 der bisher gemeldeten 26 Toten hatten HUS, die schwere Verlaufsform der Durchfallerkrankung.

Unter Verdacht stehen weiterhin Gurken, Tomaten, Salat und Sprossen

Als Infektionsquellen stehen neben Gurken, Tomaten und Salat vor allem Sprossen in Verdacht. Beim BfR gelten Sprossen nach Hinweisen aus Niedersachsen als „mögliche Ursache“ der EHEC-Infektionen. Hoffnungen auf neue Erkenntnisse hatte am Mittwoch der Fund einer EHEC-verseuchten Gurke in einer Mülltonne in Magdeburg gemacht. Die Tonne gehört einer Familie, die an EHEC erkrankte. Das Berliner BfR-Labor untersuchte, ob es sich bei dem gefundenen Erreger um denselben aggressiven Typ O104:H4 handelt, der als Auslöser der aktuellen EHEC-Welle gilt.

Die Familie sollte noch einmal zu Kontakten nach Norddeutschland befragt werden, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Magdeburg sagte. Norddeutschland ist besonders von EHEC betroffen.

Bei den Befragungen des RKI, die nach Angaben des Instituts von Beginn an auch den Verzehr von Sprossen umfassten, hatten sich nicht einmal ein Drittel der Patienten daran erinnert. In einer laufenden dritten Fall-Kontroll-Studie des RKI wird nun speziell der Verzehr von Salatzutaten einschließlich Sprossen untersucht.

Nach BfR-Angaben konnten in der Vergangenheit allerdings drei Viertel der EHEC-Ausbrüche in Deutschland nicht aufgeklärt werden. Hauptgrund ist, dass Lebensmittel, die als Überträger in Verdacht gerieten, zum Zeitpunkt der Erkrankungen und späteren Untersuchungen oft restlos verbraucht waren.

Die Einschätzung einer langsameren Ausbreitung der Seuche teilte auch das Gesundheitsministerium in Niedersachsen.

Die Zahl der Fälle und Verdachtsfälle stieg am Donnerstag auf 564, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Das waren 21 mehr als am Vortag. Bei 452 Erkrankten gibt es bisher einen definitiven Labornachweis, dass es sich um EHEC handelt. 112 Menschen erkrankten an der HUS. „Grund zur Entwarnung gibt es noch nicht“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Madrid hofft auf Entschädigungen aus Brüssel

Spanien will auf Schadenersatzklagen gegen Deutschland verzichten. Auf mögliche private rechtliche Forderungen der Bauern gegen den Hamburger Senat habe die Regierung aber keinen Einfluss, sagte der spanische Europaminister Diego Lopez Garrido in Berlin. Zu der Warnung des Hamburger Senats vor Gurken aus Spanien sagte Garrido: „Es wurden Fehler gemacht.“ Nach Deutschland gingen etwa ein Viertel aller spanischen Gemüseexporte. Spanien hoffe nun auf Entschädigungen der EU für seine Gemüsebauern.

EU-Gesundheitskommissar John Dalli stärkte den deutschen Behörden den Rücken. „Wir sollten jetzt nicht über das Krisenmanagement streiten, sondern erst einmal die Krise bewältigen“, sagte Dalli der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag). Die frühzeitige Warnung vor spanischen Gurken sei richtig gewesen.

Die unter der EHEC-Krise leidenden Bauern sollen nach dem Willen der EU-Kommission höher entschädigt werden als geplant: 210 Millionen Euro statt der zunächst vorgeschlagenen 150 Millionen Euro. „Das Geld wird bis Juli bereitstehen“, sagte Agrarkommissar Dacian Ciolos am Mittwoch in Brüssel. Die EU-Staaten müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

dpa

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