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18. März 2009

Schweigeminute für Opfer des Amoklaufs von Winnenden


Eine Woche nach dem Amoklauf von Winnenden ist am Morgen in Baden-Württemberg mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer gedacht worden.

Mit der landesweiten Gedenkminute in Schulen, Behoerden und anderen Einrichtungen haben die Baden-Wuerttemberger am Mittwochvormittag der Opfer des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen gedacht.

© Sascha Schuermann/ddp

Unter anderem im Stuttgarter Landtag setzten die Abgeordneten mit einer Gedenkminute ein Zeichen der Anteilnahme. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte im Parlament, es gebe keinen hundertprozentigen Schutz vor Amokläufen. Es gebe aber eine Kultur der Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und persönlichen Zuwendung. Im Bundestag soll am Nachmittag in einer aktuellen Stunde über Konsequenzen aus dem Amoklauf beraten werden.

Die Familie des 17-jährigen Amokläufers Tim K., der am vergangenen Mittwoch an seiner ehemaligen Schule zwölf Menschen tötete und auf seiner Flucht drei weitere erschoss, sprach den Angehörigen der Opfer in einem offenen Brief ihr Mitgefühl aus. "Ihnen wurde das Wertvollste und Wichtigste, ein geliebter Mensch, durch die entsetzliche und unbegreifbare Tat unseres Sohnes und Bruders, genommen", heißt es in dem Schreiben. "Wir hätten Tim so etwas nie zugetraut und kannten ihn anders." Sie seien bestürzt und stünden "weinend und stumm vor der unfassbaren Tragödie."

Die deutschen Jäger wandten sich unterdessen gegen eine Begrenzung der Zahl legaler Waffen und gegen unangemeldete Kontrollen von Waffenbesitzern. Besitzer legaler Waffen dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden, sagte der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes, Jochen Borchert, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er sehe zudem nicht, wie sich die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geforderten anlasslosen Kontrollen in Wohnungen mit der Verfassung in Einklang bringen ließen. Die Möglichkeiten, die das strenge Waffenrecht schon heute zulasse, seien bei weitem nicht ausgeschöpft, sagte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister.

Auch in der Union regt sich dem Bericht zufolge Widerspruch gegen anlasslose Kontrollen bei Jägern und Sportschützen. Die schlichte Tatsache, dass jemand Waffen besitze, reiche nicht aus, um eine Kontrolle in dessen Wohnung durchzuführen, sagte der Sprecher der unionsgeführten Innenressorts, Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU), der Zeitung. Eine regelmäßige Kontrolle legaler Waffenbesitzer sei von den Aufsichtsbehörden überdies schon personell nicht zu bewältigen.

afp

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