Ein Lebensmittel-Skandal verunsichert die Verbraucher in Deutschland: Mit Dioxin verseuchtes Futtermittel wurde an Hühnerfarmen und Schweinemastbetriebe geliefert. Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe.
Grüne und SPD im niedersächsichen Landtag fordern Akteneinsicht zu den Vorgängen im Dioxin-Skandal um belastete Futtermittel. Die offenen Punkte müssten unbedingt geklärt werden, teilten beide Fraktionen am Mittwoch in Hannover mit.
Private Labore sollen auch in Zukunft bei überhöhten Dioxin-Werten Alarm schlagen - doch dafür fehlt bisher die gesetzliche Grundlage. „Gegenwärtig wäre es ein Vertragsbruch und strafbar, vertrauliche Kundendaten an die Behörden weiterzugeben“, sagte Rainer Hartmann vom Verband Deutscher Untersuchungslaboratorien (vdu) der Nachrichtenagentur dpa.
Im Institut für wirkungsbezogene Analytik e.V. in Bonn will der Ernährungswissenschaftler Prof. Roland Goerlich von der Universität Bonn gemeinsam mit dem europäischen Projekt SafeGuard Standardtests für unterschiedliche Anwendungen wie dem Dioxin-Biotest schaffen. „Ziel ist, dass wir letztendlich einen Schnelltest zur Verfügung haben“, sagt der Wissenschaftler.
Das Kabinett zieht erste Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal. Futtermittel-Unternehmer sollen künftig alle Testergebnisse melden, und auch Privatlabore sollen überhöhte Werte angeben. Agrarministerin Aigner will Lebensmittel damit sicherer machen.
Nach der Kritik im Dioxin-Skandal will das niedersächsische Agrarministerium eine Überprüfung des Landesamtes für Verbraucherschutz durch ein Beraterunternehmen starten. Ein Sprecher des Ministeriums sagte am Montag in Hannover, derzeit werde eine Firma dafür gesucht. „Es soll schnell losgehen.“
Drei Inspekteure der EU untersuchen im Auftrag Brüssels - ganz diskret - den Dioxin-Skandal. Seit Mittwoch ist diese kleine Truppe Veterinäre in Schleswig-Holstein und Niedersachsen unterwegs.
Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte der Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch Insolvenz angemeldet. Nun kann das Unternehmen vorläufig weiterarbeiten - darf allerdings keine Futterfette herstellen.
Obwohl die 140 Schweine eines Landwirts aus Langwedel (Kreis Verden) nachweislich mit Dioxin belastet sind, soll ihr Fleisch schon bald verkauft werden dürfen. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium, der Kreis Verden und das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben sich darauf verständigt, die Schweine weiter mit unbelastetem Futter mästen zu lassen.
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Findet man Munition im Wald, lässt man sie liegen und steckt die Stelle ab. Das lernt jedes Kind. Ein Mann in Sittensen scheint sich daran nicht erinnert zu haben. Er brachte sein Fundstück aufs Polizeirevier.