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Dioxin-Skandal

Dioxinbelastete Schweine sollen in den Handel


Obwohl die 140 Schweine eines Landwirts aus Langwedel (Kreis Verden) nachweislich mit Dioxin belastet sind, soll ihr Fleisch schon bald verkauft werden dürfen. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium, der Kreis Verden und das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit haben sich darauf verständigt, die Schweine weiter mit unbelastetem Futter mästen zu lassen.
© dpa (Archiv)

Dabei sollen die Tiere in den nächsten Wochen so viel Fett aufbauen, bis der Dioxingehalt in ihrem Fleisch unterhalb des erlaubten Grenzwertes liegt und sie wieder „marktfähig“ seien, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Dienstag mit. Auch bei anderen Masttieren, etwa bei Hähnchen, werde so verfahren.

Der zuständige Kreisveterinär erklärte gestern die Mästung und den nicht ausgeschlossenen Verkauf der 140 Schweine mit den geltenden Tierschutzbestimmungen: „Demnach dürfen diese Tiere nicht einfach getötet und entsorgt werden“, sagte der Tiermediziner Peter Rojem. Die 140 Schweine würden derzeit vom Landkreis Verden beobachtet, regelmäßig würden ihnen Dioxinproben entnommen. „Noch dürfen die Tiere nicht als Lebensmittel auf dem Markt kommen“, sagte Rojem. Weil sie um die Skepsis auf seiten der Verbraucher wissen, denken die zuständigen Behörden auch über andere Verwertungsmöglichkeiten der Schweine nach: „Wir haben auch schon in diversen Zoos nachgefragt, ob sie Interesse am Fleisch haben, etwa zur Verfütterung an Löwen“, sagte Rojem. „Die Zoobetreiber haben aber abgelehnt.“

Von „einer unappetitlichen Verpanschung zulasten der Verbraucher“ sprach gestern der Grünen-Agrarexperte Christian Meyer: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Verdünnen eines Ultragiftes im Futter verboten ist, im Schwein aber erlaubt sein soll“, sagte Meyer. Marianne König von der niedersächsischen Linksfraktion warf dem neuen Agrarminister Gert Lindemann vor, er verstoße mit der „nachträglichen Mästerei“ gegen seine Fürsorgepflicht als Verbraucherschützer.

Marina Kormbaki

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