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Grandprix-Gewinnerin

Ein Küsschen von Lena erregt den Boulevard


Wer hätte das gedacht? Oslo-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut ist ein Wesen aus Fleisch und Blut. Der Boulevard vermeldet, sie habe die Liebe gefunden. Die Fans bleiben gelassen.
Beim Küssen gefilmt: Lena Meyer-Landrut.

Beim Küssen gefilmt: Lena Meyer-Landrut.

© dpa

Und wieder verdichten sich die Anzeichen, dass Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut nicht nur „Fräuleinwunder“, „Pop-Phänomen“, „Schneewittchen“, „Gazelle“ und Automarkenbotschafterin ist, sondern nebenbei auch ein ganz normales 19-jähriges Mädchen. Die meisten Menschen dürfte diese Erkenntnis kaum elektrisieren – anders die „Bild“-Zeitung: Vier Monate nach Oslo habe Lena ihren „Herzenssatelliten“ gefunden, meldete „Bild am Sonntag“ aufgeregt, räumte fast die komplette letzte Seite für den Knaller frei und delirierte im Überschwang der Gefühle vom „offen gelebten Glück“ und von der „Sonne, die vor Glück über den beiden zu strahlen scheint“ und so fort.

Ein kurzes Handyfilmchen, Herkunft unklar, zeigt Lena „strahlend vor Glück“ am Berliner Hauptbahnhof „ganz offen“ mit einem „feschen, sportlichen Kerl“. „Ungeniert knutschen die beiden am Gleis!“ (O-Ton). Ungeniert! Also so was!
Was ist wirklich zu sehen auf dem 64-sekündigen Zeitdokument? Ein trautes Zwiegespräch, ein Kuss, müde Augen, große Koffer, ganz normale Zweisamkeit, auch wenn beide etwas zerfeiert wirken und eher gähnen als strahlen vor Glück. Und dann (Sensation!) kaufen sie sich auch noch „Tickets am Fahrkartenautomaten“. Es geht nach Köln, wo der junge Mann nach „Bild am Sonntag“-Angaben bei den Cologne Falcons in der zweiten Football-Bundesliga spielt und seinen Zweitwohnsitz hat – ebenso wie Lena, der am Rhein eine von ihrem Management angemietete Wohnung zur Verfügung steht. Noch mehr Details? Er sei 22 Jahre alt, 1,80 Meter groß, 80 Kilo schwer, trage ein adeliges „von“ im Nachnamen und sei ein „leistungsstarker Läufer“. Angaben zur Schuhgröße liegen nicht vor. Ob beide tatsächlich ein Paar sind, ob der Mann überhaupt korrekt identifiziert wurde – dazu gibt es getreu der Stefan-Raab-Maxime, Privates privat sein zu lassen, keine Stellungnahme, was außer den Boulevardkollegen niemanden verwundert.

Lena, „die ihr Privatleben sonst immer so sehr geheimhält“, küsse hier „ungeniert“ und „unbekümmert in der Öffentlichkeit“, empört sich das Blatt scheinheilig, als müsse öffentliches Küssen von Prominenten vorher beim Ordnungsamt oder gleich direkt in der Fotoredaktion angemeldet werden. Nebenbei verschafft man sich so auch gleich noch selbst die Legitimation, den Film überhaupt zu zeigen. „Im Sommer bestand sie ihr Abitur, jetzt küsst sie einen Adeligen und hat dicke Werbeverträge an Land gezogen, was soll da noch besser laufen?!“, fragte gestern ein Promi-Blog, als bestehe Lebensglück nur aus Abitur, Werbehonoraren und adeligen Kusspartnern.

Die Reaktionen der Lena-Fans im Internet sind eindeutig. Sie reichen von „Na und? Warum soll Lena auch wie eine Nonne leben?“ bis „Mal abwarten, es wäre nicht das erste Mal, dass Lena die ,Bild‘ verarscht hat“. Die Grundhaltung der meisten „Lenaisten“ im Netz lässt sich mit folgender Fan-Stellungnahme ultimativ zusammenfassen: „Ist doch süß. Ansonsten geht es mich nichts an.“

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