Lena, du stehst im Finale der Castingshow „Unser Star für Oslo“. Wenn du morgen gewinnst, nimmst du für Deutschland am Eurovision Song Contest in der norwegischen Hauptstadt teil. Spürst du schon staatsmännische Verantwortung?
Ich bin Dienstag erst um 6 Uhr ins Bett gekommen. Wir haben in der Nacht geprobt. Ich bin noch etwas müde. Also Verantwortung? Nee. Lass mich kurz überlegen. Nee. Ich denk’ noch nicht an Oslo.
Komm, das stimmt doch nicht. Wie sehr spukt Oslo denn schon in deinem Kopf?
Ich denke wirklich noch gar nicht an Oslo. Es kann sich Freitag mit Oslo ja schon wieder erledigt haben.
Das wäre schade.
Ja, das wäre sehr schade.
Aber mal angenommen, du kommst doch weiter. Du würdest dann Deutschland vor einem Millionenpublikum vertreten. Stehst du nicht wahnsinnig unter Druck?
Nein. Viel schlechter als in den letzten Jahren kann es mit mir für Deutschland auch nicht laufen. Deshalb liegt auch kein großer Druck auf mir. Es wäre meine Chance, den Wettbewerb aufzufrischen. Da ist es auch egal, wenn ich nur auf dem 15. oder 16. Platz lande.
Erfrischend finden dich auch fast alle der TV-Juroren. Du bist die Verrückte, die Durchgeknallte, die Schräge. Wie fühlt sich das eigentlich an, ständig von Prominenten gesagt zu bekommen, dass man sympathisch irre ist?
Ich denke dann oft: Oh Gott, wie bieder müsst ihr denn sein? Nein, jetzt mal im Ernst. Ich glaube, jeder Mensch ist verrückt, nur viele trauen sich nicht, es auch zu zeigen. Ich mache das einfach. Aber ich denke nicht darüber nach und sage mir: Heute möchte ich besonders durchgeknallt sein.
Trotzdem bist du mit deiner unkonventionellen Art schon ein Aushängeschild für Hannover geworden. Ist das überhaupt okay für dich?
Aber ja! Das finde ich ganz hervorragend! Ich bin stolz, aus Hannover zu kommen. Wenn ich jetzt aus ... zum Beispiel ... einem kleinen Dorf kommen würde ... na ja ... ich liebe Hannover!
Was liebst du denn an Hannover?
Alles.
Alles?
Ja, die Menschen sind schön. Die Kulturstätten sind schön, die Stadtteile sind schön.
Wenn alles schön ist, würdest du auch dafür werben?
Och, für Leibniz-Kekse bestimmt. (Lena unterbricht das Interview abrupt und bekommt einen Lachanfall.)
Was ist passiert?
Ein Pfannkuchenunfall.
Bitte?
Meinem besten Freund aus Hamburg ist gerade ein Pfannkuchen runtergefallen. Der schöne Puderzucker. Wo waren wir?
Du wolltest gerade erzählen, wofür du Werbung machen würdest?
Klamotten. Klamotten und Schuhe finde ich geil. Bonbons törnen mich eher ab.
Am Freitag stellst du mit deiner Konkurrentin Jennifer Braun jeweils drei neue Songs vor. Die Zuschauer entscheiden darüber, wer mit welchem Song nach Oslo fährt. Hast du die Lieder eigentlich schon gehört?
Aber ja. Ich verrate dazu aber noch nichts.
Gefallen sie dir denn wenigstens?
Ja, zwei finde ich sogar richtig gut.
Wie würde denn ein Song klingen, wenn du ihn selbst komponieren könntest?
Ich kann so was nicht. Aber wenn ich so etwas könnte, würde er ähnlich klingen wie die Lieder, die ich bisher gesungen habe. Ich möchte ja meinem Stil treu bleiben.
Das war ja eine richtig seriöse Antwort.
Aber ja. Richtig seriös.
Und? Ganz seriös gefragt, gewinnen wir mit einem der drei Lieder in deinem Stil in Oslo?
Keine Ahnung. Schön wär’s doch.
Interview: Jan Sedelies
Kommentare
mainstream? ich – 13.03.10
weshalb sollte man im mainstream bleiben, wenn man etwas reißen will? wenn man der internationalität gedenkt wird man sich schwer tun, so einen "mainstream" zu finden.. das fängt bei metalheads in skandinavien an und endet mit eher orientalischen sachen im osten. jedes völkchen steht halt auf was anderes, also finde ich es gut, dass man nicht das macht, was andere gerne hätten, sondern sein eigenes ding durchzieht, "seinem stil treu bleibt" wie sie sagte. denn das ist es doch, was überzeugt? hat man ja auch an dem ersten lied, das von jennifer gesungen wurde gesehen: nicht ihr stil, also auch nicht überzeugend..naja, und im endeffekt ist das alles eh nur charme, was von bedeutung ist. also war das schon ne gute wahl mit sonem charmebolzen ;)
wo sie allerdings recht hatte war die bemerkung, dass das nicht schlechter als letztes jahr werden kann.. ich meine eine nutte mit auf die bühne bringen hat doch wirklich nichts mehr mit musik zu tun.. immer diese verzweiflung in der internationalen konkurrenz -.-
erst Faust, dann Jazz blues – 12.03.10
nabend - Lena sollte mit dem Jazz-Bürgermeister mal auf den Lindener Berg und dann in den Jazz-Keller gehenLena nach Oslo blues – 12.03.10
Hallo Lena - gut gemacht.Dann wieder zurück an die Leine und Maschsee und Eilenriede.
Danach dann bitte in den Jazz-Club.
Denke mal, dass das dein Feeling ist.
Bürgermeister --> Ihr job!
Lena Lena – 12.03.10
wo bleibt das Update der Homepage, Ihr Schnarchnasen?die HAZ ist langsam Willi – 12.03.10
Lena hat gewonnen und kein Update auf der Homepage ... Leute, was seid Ihr langsamLena Willi – 12.03.10
Die drei Lieder, die eben präsentiert wurden, waren allesamt Grütze und treffen in keinster Weise den Mainstream, der in Oslo etwas gewinnen könnte. Tu mir echt Leid um die beiden Mädels - egal welche gewinnt. Warum hat man für die Songs keine Profis wie Dieter Bohlen oder Mousse T. engagiert?Public Viewing Lena Fan – 12.03.10
Heute Abend gibt´s in der 60er Jahre Halle auf dem Faust-Gelände die live-übertragung! Also alle kommen, wenn´s Lena schafft gibt´s 50 Liter Freibier..lena for germany roman gischler, marburg – 11.03.10
endlich kommt aus dem dichter und denkerland ein vorzeigbarer mensch in welcher funktion auch immer auf eine internationale bühne, der mit überzeugung und selbstverständlichkeit sein thema vertritt ohne uns zu von vornherein zu blamieren. mit freundlichen grüssen, ein stolzer mitbürger