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Lena - Unser Grand-Prix-Star Lena Meyer-Landruts erstes Album ist erschienen
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18:40 07.05.2010
Freitag ist Lena Meyer-Landruts erstes Album „My Cassette Player“ erschienen. Quelle: Usfo

Lena. Einfach Lena. Der sperrige Rest ist weg. „Meyer-Landrut“ klingt aber auch nicht wirklich nach der internationalen Karriere, die nicht wenige der 18-jährigen Gewinnerin von „Unser Star Für Oslo“ („USFO“) voraussagen.

Seit Freitag liegt ihr Debütalbum „My Cassette Player“ in den Plattenläden. Endlich mehr Lena-Musik als nach ihren „USFO“-Auftritten in Endlosschleife und den drei schon als Singles erschienenen Finaltiteln. Die 13 Songs – acht hat Stefan Raab komponiert, fünf davon mit Lena zusammen – spielen mit dem Zuhörer, richten sich mal schmachtend, mal anklagend, mal ironisch an das imaginäre Gegenüber, als das sich so viele Lena-Fans gerne sehen würden. Sie bleibt die Süße, die coole Schwester, die Unangepasste.

Das Album beginnt mit dem Song für Oslo, der Uptempo-Nummer „Satellite“. Ein sicherer Start, der trotz Dauerbeschallung im Radio immer noch erstaunlich frisch daherkommt. Das Titelstück „My Cassette Player“ ist eine Ode an das antiquierte Abspielgerät auf dem Albumcover. Oder geht es doch um einen metaphorisch-schwelgerischen Blick auf eine längst vergangene Liebe? Lena wird auch dazu schweigen, da ist sie konsequent. Die klavierklimpernde Nummer ist gut gemachter Pop, bei dem die Britin Kate Nash deutlich hörbar Patin stand.

„Not Following“ ist ein augenzwinkerndes Liebeslied aus der Feder von Ellie Goulding, die mit ihrem Debütalbum „Lights“ jüngst auf Platz eins der britischen Hitliste einstieg und sich in einer Woche wohl zu Lena in die deutschen Albumcharts gesellen wird. Ein sanft gezupfter Bass, „Uhuhuhuu“-Passagen und Kastagnettengeklapper machen „Not Following“ zu einem eher mäßigen Sommerhitanwärter. Ob auf Gouldings Platte „Lights“ wohl kein Platz mehr dafür war? Die wirklich starken Stücke auf „My Cassette Player“ sind die schon aus „USFO“ bekannten: „Love Me“ besticht mit einfachem Beat aus der Drummachine, fröhlichen Klavierklängen und – zwischen Liebestollereien – im besten Cockney-Englisch rausgerotzten Zeilen wie „I Don’t Give A Shit“. Die fröhliche Unabhängigkeitshymne „Bee“ ist ein barfüßiger Sommerwiesentanz ins Ohr.

Adeles „My Same“, der Titel ihres ersten Auftritts bei „USFO“, reißt Lena dann richtig an sich, macht die Zeilen der Britin auch auf dem Album zu ihren eigenen, die Stimme bricht mal weg, verlässt mal das strikte Tongerüst. Das Schnippische ist hier nicht so glatt produziert wie bei „Mr. Curiosity“. Im Original von Jason Mraz doch ziemlich dahingekitscht, kann Lena der Ballade anders als in der Liveversion keine eigene Note geben. Schade, dass ihre Interpretationsgabe hier im Studioschrank geblieben ist.

Aus den neuen Stücken ragt sonst nur noch die Raab/Lena-Produktion „I Like To Bang My Head“ heraus. Da grooved es ähnlich aus den Boxen wie bei Raabs Grand-Prix-Erfolg „Wadde Hadde Dudde Da“. Das banale Gute-Laune-Gequietsche mag schnell nerven – allein, der Fuß wippt doch. Es ist ein Raab-Album geworden, auch ein Schnellschuss, ganz klar, doch Raabs Funk passt immerhin besser zu Lena als damals zu Max Mutzke. Auf dem Cover: ein SKR 700 aus der DDR-Konsumgüterproduktion des VEB Sternradio Berlin. Das Gerät wurde bis 1989 gebaut und kostete 1540 Ostmark.

„My Cassette Player“ ist ein gutes Popalbum, das im nahenden Sommer für Kurzweil sorgen wird. Ein Himmelsstürmer vom Star für Oslo ist es nicht geworden.

Gerd Schild

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