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Lena - Unser Grand-Prix-Star Lenas Umgang mit den Medien kommt nicht bei allen gut an
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07:37 26.05.2010
Am Dienstag lud Lena mit ihren Mitstreitern aus Großbritannien, Frankreich, Spanien und Norwegen zum Segeltörn ein. Quelle: dpa

Es ist eine typische Szene für Lena Meyer-Landrut und ihren Umgang mit den Medien und den Künstlern, die mit ihr den 55. Eurovision Song Contest in Oslo gestalten. Von Pressevertretern verfolgt, steht sie bei einem Empfang im Osloer Rathaus plötzlich vor dem norwegischen TV-Moderator Erik Solbakken. Der hält ihr zwei Teller mit Kuchen vor die Nase. Ein Kamerateam hält die Szene fest. Lena soll spontan bei einem Fernsehsketch mitmachen. Der Norweger gibt vor, sich am Kuchen zu verschlucken, Lena soll ihm auf die Schulter klopfen, damit er den deutschen Satz in die Kamera sagen kann: „Kein Wunder, dass ihr Deutschen immer so erfolgreich bei der Fußball-WM seid – ihr habt ja auch keine Nüsse im Kuchen.“ Das ist Quatsch, aber da hustet Solbakken schon und Lena klopft ihm mit Augenrollen beherzt auf die Schulter.

Es ist dieses intuitive Agieren, das Lena in Oslo für die Medien interessant macht. Kaum eine Frage, die sie nicht mit ironischem Mimikspiel beantwortet, wenn die 19-Jährige nicht gleich zur Gegenfrage ausholt. Lena zieht Grimassen, schweigt zu ihrem Privatleben und entgegnet Journalisten schon mal: „Was für eine blöde Frage!“ Das kommt nicht bei jedem Medienvertreter gut an. Als sich Lena weigert, ihren Song der Presse a cappella vorzutragen, reagiert vor allem die nicht deutsche Presse verschnupft. Ein Reporter nennt sie arrogant. Dass sie bei Pressekonferenzen den Hinterausgang nutzt und zusammen mit ihrem Mentor Stefan Raab die holländische Konkurrenz mit ironischem Lachen lobt, macht es nicht besser – für viele ESC-Experten ist Konkurrenzkritik tabu.

Lenas unkonventionelle Art erregt die Song-Contest-Presse, die in jeder unbedachten Geste einen Affront gegen den ehrwürdigen Liederwettbewerb wittert. Schlimmer noch, sie könnte das grell-glitzernde Showspektakel mit den erwarteten mehr als 120 Millionen TV-Zuschauern nicht ernst genug nehmen.

Am Dienstag nun lud Lena mit ihren Mitstreitern aus Großbritannien, Frankreich, Spanien und Norwegen zum Segeltörn auf dem Oslofjord ein und stellte sich erneut den Pressefragen. Ob ihr der Auftritt der Franzosen gefällt, wurde sie gefragt. „Sonst hätte ich doch nicht getanzt“, entgegnete Lena. Das kann man schlagfertig nennen, aber auch schnippisch. Auf die Kritik an ihrer spröden Art reagiert sie gelassen. „Ich nehme das alles hier sehr ernst“, sagte Lena. „Für mich ist es auch Arbeit, und ich möchte mich hier musikalisch und auch als Person weiterentwickeln – aber es soll auch Spaß machen.“ Und Raab kritisierte die „Spaßbefreiten, die sich beleidigt fühlen, wenn man mal drei Witze macht“. Natürlich respektiere man die Konkurrenz. „Man muss die Show aber immer mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Ironie betrachten“, sagte Raab. Lena sang passenderweise später mit dem norwegischen Teilnehmer Didrik Solli-Tangen den deutschen Schlagerschmachtsong „Ohne Dich“ von der Münchener Freiheit und präsentierte erstmals eine Akustik-Version von „Satellite“ samt Schellenkranz. „Es geht doch eigentlich nur um Unterhaltung“, sagte Raab.

Und dafür sorgt Lena in Oslo allerdings. Im „Euroclub“ gab sie in der Nacht zum Dienstag auf der deutsch-ukrainischen Party ihr erstes Klubkonzert. Viel lockerer als bei den Proben, sang sie „Bee“, „Love me“ und „Satellite“ und reagierte erneut auf Pressefragen, die nun direkt vom Bühnenrand zu ihr empordrangen. „Wollen wir übers Abi reden?“ „Nein, wollen wir nicht!“, rief sie und sah erhaben über hoch gehaltene Unterwäsche und Sprüche wie „Ich liebe Dich“ hinweg.

Als ihr dann die Konkurrenz aus Aserbaidschan ein Hufeisen schenkte, vermuteten manche ESC-Experten gleich einen weiteren Skandal – war das Hufeisen doch tatsächlich umgedreht, sodass das Glück symbolisch herausfallen musste. Lena verschenkte dennoch nur Luftküsse. Manchmal ist ein Präsent nur ein Präsent. Und ein Liederwettstreit nur ein Liederwettstreit.

Jan Sedelies

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