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Acht Flüge fallen wegen der Schneemassen aus

Tief „Daisy“ Acht Flüge fallen wegen der Schneemassen aus

Das befürchtete Chaos ist in Hannover nach dem Tief „Daisy“ ausgeblieben. Dennoch kam es in der Region zu Behinderungen: Auf dem Flughafen mussten Landebahnen vom Schnee und die Flugzeuge vom Eis befreit werden, acht Flüge fielen aus. Am Hauptbahnhof kam es nur zu vergleichsweise geringfügigen Verspätungen. In Laatzen rutschte ein Schneepflug in den Graben.

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In Laatzen versackte am Sonnabend ein Schneepflug im Straßengraben. Die Feuerwehr zog das Fahrzeug mit einem Kran heraus.

Quelle: Rainer Dröse

Auf dem Gelände des Flughafens waren am Wochenende alle 70 Mitarbeiter der Räumgruppen rund um die Uhr im Einsatz. Sie entfernten die Schneemassen von den Start- und Landebahnen, dem Vorfeld und den Straßen und Plätzen. Außerdem waren sie für die Enteisung der Passagier- und Frachtmaschinen zuständig. Mit einem Gemisch aus Glykol und Wasser musste jedes Flugzeug, das am Wochenende von Langenhagen aus abheben wollte, besprüht werden. Dieser Vorgang dauert je nach Größe des Flugzeugs bis zu sechs Minuten. „Wir handeln nach dem „Clean Aircraft“-Konzept, das bedeutet der Flieger muss vor dem Start restlos vom Eis befreit sein“, sagte Flughafensprecher Sönke Jacobsen.

Wegen der schlechten Witterungsverhältnisse mussten am Wochenende insgesamt vier Maschinen vom Flugplan gestrichen werden, sodass insgesamt acht Flüge ausfielen. Betroffen waren die Verbindungen Frankfurt-Hannover und Zürich-Hannover. Die Passagiere wurden auf andere Maschinen umgebucht oder stiegen am Hauptbahnhof in einen ICE um.

Dort ist es am Wochenende nur zu vergleichsweise geringfügigen Verspätungen gekommen, obwohl der hannoversche Hauptbahnhof als Knotenpunkt zwischen Nord-Süd- und West-Ost-Verbindungen „mittendrin“ liegt, wie es Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst formuliert.

An beiden Tagen waren insbesondere Züge nach Köln und Düsseldorf betroffen. Hier mussten die Reisenden witterungsbedingt auch schon mal eine Stunde auf ihre Bahn warten. Nicht selten war Blitzeis in Tschechien der Grund für das Ausharren auf den hannoverschen Bahnsteigen: „Züge aus Tschechien kommen verspätet in Berlin an, da startet dann auch der innerdeutsche Anschlussverkehr mit Verspätung“, sagt Brunkhorst. Die Reisenden nahmen’s gelassen und wärmten sich mit dampfendem Kaffee und Kakao.

Auch Harzreisende hatten mit Verzögerungen und Umwegen zu kämpfen. Die Strecke zwischen Seesen und Bad Harzburg musste teilweise ganz gesperrt werden. „Sobald die Schneepflüge einen Streckenabschnitt passiert haben, sind die Schienen schon wieder von Schnee bedeckt“, sagt Brunkhorst. In langen Schlangen standen Reisende vor den Auskunftschaltern an. Die Strecke Hannover-Hamburg blieb vom Wetterchaos weitgehend verschont, wer allerdings von Hamburg aus weiter Richtung Norden reisen wollte, musste mit erheblichen Verspätungen oder gar Zugausfällen rechnen.

Nach Angaben der Polizei ist es auf den Straßen zu keinen nennenswerten witterungsbedingten Unfällen gekommen. In Laatzen musste die Feuerwehr am Sonnabend dem Fahrer eines Schneepflugs zu Hilfe kommen. Er war mit seinem 20 Tonnen schweren Fahrzeug auf einem Verbindungsweg in den Straßengraben gerutscht und dort im Schnee stecken geblieben. Mit einem Kran wurde der Pflug schließlich wieder auf befestigten Boden gehoben. Auf der Bundesstraße 65 rutschten am Sonntag zahlreiche Autofahrer auf der durch Schneeverwehungen glatten Fahrbahn in den Straßengraben. Es gab keine Verletzten.

von Marina Kombarki 
und Tobias Morchner

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Tief "Daisy"
Die Straßenmeisterei sperrte am Sonnabend wegen Schneeverwehungen die Kreisstraße 247 ab Ditterke bis zur Einmündung der Kreisstraße 248 nach Northen.

Viel Schnee, aber kein Chaos: Das Sturmtief „Daisy“ hat Niedersachsen und Bremen weitestgehend verschont. Am Wochenende blieb das zuvor befürchtete Unwetter aus. „Es gab kein Chaos, die Prognosen haben sich nicht bestätigt“, sagte ein Sprecher der Leitstelle der Landespolizei am Sonntag in Hannover.

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