„In den ersten Winterwochen kann man ja noch überrascht sein, aber dann muss einfach schneller reagiert werden“, sagte er gegenüber der HAZ. Zwar seien die meisten Straßen inzwischen vom Schnee befreit, aber „die Situation auf den Gehwegen ist extrem unbefriedigend“. Auf den nächsten Winter müsse sich aha wesentlich besser vorbereiten.
Auch die CDU fordert die Stadt auf, dafür Sorge zu tragen, dass alle Verkehrsflächen in der Stadt vom Eis befreit werden. Das Personal dafür soll die Verwaltung in den eigenen Reihen rekrutieren, fordert der frischgebackene Ratsfraktionschef Jens Seidel. Schließlich könnten viele Mitarbeiter von Tiefbau- und Grünflächenamt wegen der Witterung ihrer angestammten Tätigkeit ohnehin nicht nachgehen. Sie könnten beim Winterdienst helfen, meint Seidel. „Ich halte es für denkbar, dass man so rund 300 Leute zusätzlich einsetzen kann.“ Die Stadt müsse vor allem die schwierige Situation für Senioren und gehbehinderte Menschen entschärfen. „Viele können derzeit überhaupt nicht vor die Tür gehen“, sagt Seidel. Er verlangt von der Stadt überdies, noch eingehender zu kontrollieren, ob Hauseigentümer ihrer Räum- und Streupflicht nachgehen. Gegen sie müssten im Zweifel häufiger Bußgelder verhängt werden.
aha-Chefin Kornelia Hülter weist Kritik am Winterdienst zurück. „Den gesamten Winter über waren Hannovers Straßen der wichtigsten Kategorie von 6 bis 16 Uhr ständig passierbar und eisfrei“, sagt sie. 500 Kilometer umfasse dieses Netz der Dringlichkeitsstufe D 1. Nur beim ebenso langen Netz der Nebenstraßen (Kategorie D 2) habe aha „zehn bis 20 Prozent“ der Straßen nicht räumen können. „Das hätte man mit mehr Personal verhindern können“, räumt Hülter ein, sagt aber auch: „Dafür braucht man qualifiziertes Personal, das schwere Maschinen steuern kann.“
Immerhin: Nach Winterende soll es nun eine Gesprächsrunde mit der Stadt geben. „Krisentreffen“ mag Hülter es nicht nennen, sie spricht lieber von einer „Bewertungsrunde“. Dort wolle man klären, was im nächsten Winter besser laufen kann. Der Vermutung, dass es Beschwerden hagelt, widerspricht die aha-Chefin. Bislang seien nur 94 schriftliche Beschwerden und Hinweise eingegangen. „In der Zahl sind auch die Anrufe enthalten, die sich auf schlecht geräumte Gehwege beziehen, für die wir gar nicht zuständig sind.
Trotz des harten Winters rechnet aha noch nicht mit einer Gebührenerhöhung. 50.000 Überstunden haben sich angehäuft, 160 Mitarbeiter und etwa 60 Räumfahrzeuge sind fast durchgehend im Einsatz. 600.000 Euro waren für diesen Winterdienst eingeplant, auf 1,8 Millionen Euro schätzt Hülter die bisherigen Kosten. „Wir gehen davon aus, dass wir die Mehrkosten ausgleichen können – und hoffen auf mildere Winter“, sagt Hülter.
Der massenweise Einsatz von Billigarbeitskräften vom städtischen Stützpunkt Hölderlinstraße, wo zwischenzeitlich 150 Mitarbeiter zur Unterstützung des Winterdienstes abgeordnet waren, sei jedenfalls keine Lösung. „Das ist inzwischen bundesweit geprüft worden und hat sich als nicht legal herausgestellt“, sagt Hülter. Ein-Euro-Jobber dürften keine originären Aufgaben des aha-Winterdienstes übernehmen.
Felix Harbart, Andreas Schinkel und Conrad von Meding
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Kommentare
Winterdienst Bernd Schuster – 15.02.10
Man was ist eigentlich los in Hannover????Wir haben Winter und die Straßen in Hannover sind super gut zu befahren, wer meint er kann hier nicht fahren der sollte mal in die Region fahren, da ist auch auf den Straßen Winter.
Ich habe Freunde aus der Schweiz zu besuch, die haben sich kaputtgelacht über das Gestöne hier,in der Schweiz würde wegen so etwas niemand herum Meckern.
Gruß Bernd