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Berühmtheiten auf vier Pfoten

Am 10.10. ist Welthundetag Berühmtheiten auf vier Pfoten

In Deutschland leben 6,8 Millionen Hunde. In jedem siebten Haushalt wird gebellt, gejault und gehechelt. Einige Vierbeiner haben weltweit tierische Berühmtheit erlangt - durch ihre heldenhaften Taten, prominenten Herrchen oder besondere Leinwandpräsenz. Eine Hommage zum Welthundetag am Sonnabend.

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Antreten zum Pfotenabdruck: Filmhund Uggie, beschnüffelt von Lassie, wird für seinen besonderen Beitrag zum mehrfach oscarprämierten Film "The Artist" ausgezeichnet.

Quelle: EPA/Michael Nelson

Berlin. Schon Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) wusste es: "Dem Hunde, wenn er gut gezogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen." Viele bekannte Menschen setzten auf die Begleitung eines Hundes und machten dadurch auch ihren Hausgenossen zum Promi. Andere Vierbeiner wurden durch eigene Leistung berühmt.

LASSIE: Die Collie-Dame gilt als bekanntestes Haustier der Welt und hat sogar einen eigenen Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame". Obwohl im Film immer ein Weibchen, wurde Lassie nur von Rüden dargestellt - weil deren dichteres Fell angeblich fotogener ist. Insgesamt gibt es 24 Spielfilme mit Lassie und 4 Fernsehserien. Im ersten Leinwand-Epos von 1943 ("Lassie Come Home") rettete der Held auf vier Beinen die damals zehnjährige Elizabeth Taylor.

UGGIE: Der kleine Jack Russell Terrier lebte vor seiner Filmkarriere im Tierheim. An der Seite von Christoph Waltz und Reese Witherspoon besorgte er 2011 schon "Wasser für die Elefanten". Dann brachte der Stummfilm "The Artist" den internationalen Durchbruch. Mit treuem Blick und schräg gestelltem Kopf half er Leinwand-Herrchen Jean Dujardin, die Damenwelt zu erobern. Uggie wurde in Cannes für seine Leistung mit dem "Palm Dog Award" ausgezeichnet. Kürzlich erlag er im Alter von 13 Jahren einer kurzen, schweren Krankheit.

BARRY: Andere spielten es nur, Barry vom Kloster St. Bernhard in den Schweizer Alpen war ein Held der Wirklichkeit. Der Lawinen-Suchhund soll mehr als 40 Menschen das Leben gerettet haben. Nach seinem Tod an Altersschwäche im Jahr 1814 wurde ihm auf dem Hundefriedhof von Asnières-sur-Seine bei Paris ein Denkmal gesetzt. Begraben ist er dort aber nicht: Barry steht ausgestopft im Naturkundemuseum Bern. Der Bernhardiner erarbeitete sich auch ein Stück Unsterblichkeit: Bis heute heißen Geräte zur Suche nach Lawinenverschütteten "Barryvox".

LAIKA: Die Hündin umkreiste als erstes Lebewesen die Erde. Am 3. November 1957 wurde sie an Bord der sowjetischen Raumkapsel "Sputnik 2" ins All geschickt. Laikas Rückkehr zur Erde war dabei nicht geplant. Ursprünglich sollte der Hund nach zehn Tagen im Orbit vergiftetes Futter bekommen. Doch Laika (russisch: Kläffer) starb schon wenige Stunden nach dem Start - wohl an Überhitzung und Stress.

HACHIKO: Der japanische Akita wurde als Beispiel für Hundetreue zur Legende. Das Tier holte sein Herrchen 1924 täglich vom Tokioter U-Bahnhof Shibuya ab. Auch nach dem plötzlichen Tod des Mannes 1925 kam der Hund zum Bahnhof und wartete - Tag für Tag, zehn Jahre lang, bis zum eigenen Tod. In Japan gilt Hachiko als Inbegriff der Treue, ihm zu Ehren wurde am Bahnhof eine Bronzestatue errichtet.

BO: US-Präsident Harry S. Truman (1884-1972) meinte: "Schaffe dir einen Hund an, wenn du in Washington einen echten Freund haben möchtest". Viele im Weißen Haus handelten nach dieser Devise. Barack Obama löste 2009 ein Wahlkampfversprechen an seine beiden Töchter ein und machte den Portugiesischen Wasserhund Bo zum "First Dog" der USA. Obama: "Wir müssen sicherstellen, dass uns jemand an der Tür begrüßt, wenn wir nach Hause kommen." 2013 kam Sunny dazu, passend zu Bo eine Portugiesische Wasserhündin.

BALTHASAR: Königin Margrethe von Dänemark und Prinz Henrik eint auch eine starke Zuneigung zu Dackeln. Unter ihren vielen kurzbeinigen Begleitern wurde besonders "Reichshund Balthasar" zur Legende. Der Prinz ehrte den auf dem royalen Dackel-Friedhof im Schlosspark Fredensborg ruhenden Hund sogar mit dem Liebesgedicht "A mon teckel" (An meinen Dackel). Margrethe II. begründete ihre Dackel-Begeisterung prosaischer: "Sie nehmen nicht viel Platz weg, und man bekommt sozusagen einen kompletten Hund in der Größe eines halben Hundes."

DAISY: Der exzentrische Modeschöpfer Rudolph Moshammer war selten ohne die Yorkshire-Terrierdame zu sehen. Herausgeputzt mit Schleifchen wurde Daisy vom Herrchen zu Auftritten getragen. Der Kult um das Hündchen endete nicht mit Moshammers Tod: 2011 wurde dessen gesprochenes Liebeslied "Mein Hund Daisy ist so crazy" veröffentlicht. Per Testament hatte der Modeschöpfer für Daisys lebenslanges Wohnrecht in der Moshammer-Villa gesorgt. Das währte allerdings nur noch ein Jahr: 2006 folgte das Hündchen dem Herrchen.

Von Friedhelm Schachtschneider (dpa)

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