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101-Jähriger ohne Führerschein begeht Fahrerflucht

"Alter schützt vor Strafe nicht" 101-Jähriger ohne Führerschein begeht Fahrerflucht

Obwohl er seinen Führerschein schon mit 99 Jahren abgegeben hatte, hat ein 101-Jähriger noch einen Autounfall gebaut – und ist dann einfach davon gefahren. Die Polizei hat ihn trotzdem gefunden. Der Kommentar der Ermittler: "Alter schützt vor Strafe nicht".

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Die Polizei konnte den 101 Jahre alten Mann nur deshalb ermitteln, weil Zeugen das beschädigte Auto aufgefallen war.

Quelle: dpa

Ahlen. Der 101 Jahre alte Mann lebt in Ahlen in Nordrhein-Westfalen und hat Pech, dass er aufmerksame Nachbarn hat. Denn ihnen war ein beschädigtes Auto in der Straße aufgefallen – und dasselbe Auto hatten sie vorher noch unbeschädigt gesehen. Außerdem war ihnen die unsichere Fahrweise des Mannes aufgefallen. Deshalb hätten sie die Polizei gerufen, wie die Beamten am Mittwoch mitteilten.

Als die Polizisten dann herausgefunden hatten, wem das Auto gehört, beichtete der 101-Jährige ihnen den Unfall – und noch mehr: Er war gegen eine Laterne gefahren. Aber er hätte gar nicht fahren dürfen, weil er keinen Führerschein mehr hat. "Diesen hatte er bereits vor zwei Jahren freiwillig abgegeben", teilte die Polizei mit. Aber er habe etwas erledigen wollen und deshalb den Pkw genommen.

Deshalb werde sich der Rentner jetzt nicht nur wegen der Unfallflucht verantworten müssen, sondern auch wegen Fahrens ohne Führerschein, erklärte die Polizei und setzte hinzu: "Alter schützt vor Strafe nicht."

Unfallforscher für verbindliche Testfahrten für Senioren

Anfang des Jahres hatte die Unfallforschung der Versicherer (UDV) angeregt, dass ältere Autofahrer gesetzlich dazu verpflichtet werden, Testfahrten mit geschulten Beobachtern durchzuführen. "Auf diese Weise könnten Senioren von unabhängigen Fachleuten überprüfen lassen, wie fit sie noch für den Straßenverkehr sind und ob von ihnen eine erhöhte Unfallgefahr ausgeht", sagte der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann im Januar.

Der Unfallforscher begründete den Vorschlag mit der Statistik: "Wenn Senioren über 75 Jahren in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu rund 75 Prozent selbst verursacht." Die Quote liege damit höher als bei der Hochrisikogruppe der 18- bis 24-Jährigen, sagte Brockmann. "Grund dafür sind körperliche und mentale Defizite im Alter", hatte er schon 2012 im Blog des UDV geschrieben.

Ziel der Testfahrten solle aber nicht sein, dass Senioren den Führerschein abgeben, erklärte Brockmann weiter. Die Betroffenen sollten ihre Fähigkeiten nur besser einschätzen und ihre Fahrweise darauf einstellen können. "Deshalb sollten auch nicht die Führerscheinbehörden, sondern nur die getesteten Personen selbst eine detaillierte Rückmeldung bekommen", sagte er. "Ansonsten bleibt das Ergebnis geheim."

dpa/wer

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