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Panorama Deutscher Häftling bittet Regierung um Hilfe
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08:35 21.10.2015
Marcel Witte in Lima: Der 35-Jährige Berliner muss eine Haftstrafe von 20 Jahren für angeblich versuchten Kokainschmuggel absitzen. Quelle: Bettina Rehmann/dpa
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Lima/Berlin

Es ist zwölf Jahre her, dass Marcel Witte in einer Hähnchenbraterei in Lima saß – und plötzlich in viele Pistolen schaute. Seither würde er viel geben für den Geruch frischgebratener Hähnchenkeulen. Sehr viel. Zwölf Jahre ist er nun schon weggesperrt, weit weg von der Heimat in Berlin. Das Urteil: 20 Jahre. Dabei ging die Sache mit den 167 Kilo Kokain auf das Konto seines Vaters.

Dieser war der Betreiber des Berliner Spreeparks gewesen. Aber der Vergnügungspark musste 2001 Insolvenz anmelden. Die Familie versuchte deshalb 2002 mit einigen Karussels in Lima einen Neustart. Im November 2003 sollte es wieder zurückgehen. Ein geplanter Schmuggel von 167 Kilogramm Kokain sollte 600.000 bis 700.000 Dollar bringen, Geld, dass die Wittes gebrauchen konnten. Denn die Idee eines Freizeitparks in Lima war gescheitert.

Der Vater erlitt einen Herzinfarkt

Aber der Schmuggel im Masten des Fahrgeschäfts Fliegender Teppich flog auf. Allerdings hatte Vater Norbert kurz zuvor einen Herzinfarkt erlitten und befand sich zur Behandlung in Deutschland. Da sein Sohn als Geschäftsführer des Freizeitparks fungierte, wurde deshalb er in Peru verhaftet. Der Vater saß in Deutschland bis 2008 im Gefängnis und betonte, es sei seine Schuld.

Das Gefängnis Sarita Colonia in der peruanischen Hauptstadt Lim. Quelle: Georg Ismar/dpa

Der 35-jährige Marcel Witte appelliert nun an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), eine rasche Lösung für seine Rückkehr nach Deutschland zu finden. "Die Peruaner würden der Überstellung nach Deutschland im Prinzip zustimmen, es hängt an der Bundesregierung", sagte Witte. Er sitzt in einem berüchtigten Gefängnis der Stadt seit zwölf Jahren ein.

Das Gefängnis ist berüchtigt

Das Auswärtige Amt betonte auf Anfrage, der Fall sei bekannt, er werde konsularisch betreut. Laut Witte ist das Hauptproblem bisher, dass es in Deutschland nur eine Höchststrafe von 15 Jahren für so einen Fall gibt. Eine Option könnte sein, dass in Verhandlungen mit der peruanischen Regierung eine Regelung für eine zu verbüßende Reststrafe erzielt wird.

Norbert Witte, Vater von Marcel Witte, vor der Baustelle eines Hauses am Alexanderplatz in Berlin. Quelle: Georg Ismar/dpa

Vater Norbert verklinkert heute am Berliner Alexanderplatz Häuser. Die Geschichte der Wittes ist beileibe keine alltägliche. Es ist eine der schillerndsten deutschen Schaustellerdynastien, verfilmt im preisgekrönten Dokufilm "Achterbahn". Es ist auch die Geschichte einer sehr tragischen Vater-Sohn-Beziehung.

Von Georg Ismar

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