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200.000 Besucher beim „Tag der Niedersachsen“

Aurich 200.000 Besucher beim „Tag der Niedersachsen“

Konzerte, Tänze, Sport und zum Abschluss ein großer Trachtenumzug: Rund 200.000 Menschen haben den „Tag der Niedersachsen“ im ostfriesischen Aurich besucht. Beim großen Landesfest gab es am Wochenende viel zu sehen und auszuprobieren.

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Offenherzig: David McAllister und Ehefrau Dunja mit Bauchtänzerin Ashanti.

Quelle: dpa

Aurich. Dort, wo der Wind weht, dort ist Aurich. Das kleine Städtchen mitten in Ostfriesland war bis Sonntag die „heimliche Hauptstadt des Landes Niedersachsens“. Für Ostfriesen war das schon immer klar. Umso mehr freute es sie, als der Landesvater David McAllister bei der offiziellen Eröffnung zum Tag der Niedersachsen (TdN) am Sonnabend dies in großer Runde verkündete. Da störte es nicht, dass schon Amtsvorgänger Christian Wulff vor ein paar Jahren Winsen an der Luhe zur „heimlichen Hauptstadt“ Niedersachsens ausgerufen hatte, natürlich am Tag der Niedersachsen.

Seit 30 Jahren gehört dieses Fest zum festen Termin im Kalender eines jeglichen Ministerpräsidenten. Aurich war bereits in der zweiten Auflage des TdN 1982 Gastgeberin der Landesshow. Ostfriesen mögen Gäste. Meist gibt es dann Tee und manchmal auch schlechtes Wetter. Wobei das mit dem Wetter so eine Sache ist. Auch wenn es am Festwochenende bei Temperaturen um die 14 Grad teilweise ordentlich windig wurde, konnte das die Feierlaune insbesondere bei den Einheimischen kaum trüben.

Konzerte, Tänze, Sport und zum Abschluss ein großer Trachtenumzug: Rund 200.000 Menschen haben den „Tag der Niedersachsen“ im ostfriesischen Aurich besucht. Beim großen Landesfest gab es am Wochenende viel zu sehen und auszuprobieren.

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Wind – den mag man in Ostfriesland. Wind bringt Geld und Arbeitsplätze. Spätestens seit der beschlossenen Energiewende ist das bislang eher industriearme, von Arbeitslosigkeit gebeutelte Ostfriesland im Aufwind. So hat der Windkraftanlagenhersteller Enercon seinen Firmensitz in der Kleinstadt und sichert Beschäftigung für 4500 Menschen aus der Region. Gleichsam nebenbei hat das Unternehmen die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt in jüngerer Zeit vervielfacht, was Aurich jetzt in die glückliche Lage versetzt hat, die Organisation des diesjährigen Tages der Niedersachsen zu übernehmen. Dass Ostfriesen neben einer erwiesenen Sturmfestigkeit auch über ein gerüttelt Maß an Spontaneität verfügen, stellt Menno Keller unter Beweis. Der Leiter des Büros des Auricher Bürgermeisters Hans-Werner Windhorst (!) wird bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am Sonnabend von der Schlagersängerin Mary Roos unverhofft auf die Bühne gebeten. Keller macht dort als Gesangs- und Tanzpartner eine für Ostfriesen unerwartet lockere Figur, sehr zur Freude der anwesenden Politiker in der ersten Reihe, unter ihnen Landtagspräsident Hermann Dinkla, Innenminister Uwe Schünemann, Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und der ehemalige Innenminister Heinrich Bartling. Ob er denn ein Fan von Mary Roos sei, wurde Menno Keller später gefragt. Seine Antwort: „Jetzt schon.“

Auf einen anderen Auftritt hatten sich viele Zuschauer besonders gefreut. Die Sängerin Nina Hagen sollte als im Programmheft angekündigter Überraschungsgast auf einer der acht Bühnen neben Landesbischof Rolf Meister auftreten. Hagen sagte einen Tag vorher ab, doch die Kirche kam auch gut, vielleicht sogar besser, ohne die Künstlerin aus, die vor ein paar Jahren das Christentum für sich entdeckt hat. Für sie sprang der ehemalige „Deutschland sucht den Superstar“-Sieger Thomas Godoj ein.

Mehr als 200.000 Besucher sind laut Polizeiangaben in Aurich zu Besuch gewesen. Und alle haben sich gut benommen, nur neun Einsätze hatte die Polizei, weniger als an einem normalen Wochenende in Aurich.
Beim Tag der Niedersachsen macht es die Mischung der 400 Aussteller und Vereine sowie der vielen Darbietungen. Da bekam der Shanty Chor „Blaue Jungs“ aus Aurich ebenso reichlich Applaus wie die schwarzhaarigen Mädels von den „Line Dancern“ aus Wolfsburg. Apropos Mischung: Bünting oder Thiele. Kein Gast durfte Aurich verlassen, ohne zumindest eine Tasse Tee mit Kluntje und „Rohmwulkje“ aus Sahne getrunken zu haben. Die in Ostfriesland hoch geschätzte Teezeremonie erschloss sich allerdings nicht jedem. Einer Frau aus Hameln entfuhr beim Anblick der kleinen, filigranen Teetassen ein „Die Pfütze trink ich schnell im Stehen aus.“

Natürlich gab es auch diesmal wieder den Trachtenumzug am Sonntag mit mehr als 140 Gruppen mit rund 3000 Teilnehmern. Und nicht alles mutete auf den ersten Blick niedersächsisch an, was dort in Aurich die Straßen entlangtanzte.

Rukiye Duyar-Jansen hob sich beispielsweise mit ihrer türkischen Folkloregruppe deutlich von anderen, zumeist beeindruckenden Trachtengruppen ab. Aber auch das ist die Mischung in Niedersachsen. Die Ostfriesen und ihr niedersächsischer Innenminister Uwe Schünemann sind zumindest überdurchschnittlich zufrieden mit dem Fest in Aurich. Hier geht eben doch mehr als nur der Wind.

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