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Jogginghosentag sorgt für Diskussionen

Internationaler Gedenktag Jogginghosentag sorgt für Diskussionen

"Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren", sagte einst Karl Lagerfeld. Doch Fans huldigen der gemütlichen Baumwollbuxe am Donnerstag beim internationalen Jogginghosentag und sorgen damit für kontroverse Diskussionen.

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Quelle: Jan-Philipp Strobel/dpa

Schwieberdingen/Höchstadt. Sie gilt als Sportklassiker, als gemütliche Baumwollbuxe für daheim und in manchen Kreisen sogar als Modetrend: die Jogginghose. Immer am 21. Januar läuft der verpönte Schlabberlook zur Hochform auf. Zum internationalen Jogginghosentag gehen Anhänger demonstrativ in der lässigen Trainingshose zur Arbeit, ins Restaurant oder zu besonderen Schlabber-Partys. Auch manch Schüler drückt dann in Jogginghose die Schulbank. Dabei ist die ausgebeulte Sporthose in den Bildungseinrichtungen selten gern gesehen.

Sie gilt als Sportklassiker, als gemütliche Baumwollbuxe für die Couch, in manchen Kreisen sogar als Modetrend - Wir zeigen, wie die Jogginghose zum Hingucker wird.

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Schulen können den Schlabberlook zwar nicht wirklich verbieten, denn für Schüler gilt das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. "Rechtlich haben sie fast keine Möglichkeit, nur wenn der Schulfrieden gestört oder Unterricht unmöglich gemacht wird oder es gegen die Sitten geht", sagt Gerhard Brand, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Aber viele Schulen finden in ihrem Leitbild oder in der Schulkonferenz einen Konsens mit Eltern und Schülern, welche Kleidungsstücke tabu sind. "Die Schule hat natürlich den Auftrag, nicht nur zu bilden, sondern auch zu erziehen", erklärt Brand. "Wenn jemand mit einer Jogginghose zum Bewerbungsgespräch kommt, darf er sich nicht wundern, dass er den Job nicht bekommt." Die Schule sei für manche Jugendliche das einzige Korrektiv.

"Angemessene und ordentliche Kleidung"

Eine Schule im schwäbischen Schwieberdingen schaffte es mit ihrer Schulordnung im November in die Schlagzeilen. Die schreibt nämlich eine "angemessene und ordentliche Kleidung" vor – und die Jogginghose gehöre nicht dazu, sagt Schulleiterin Ilse Riedl. Sie will ihren Schülern damit Rüstzeug fürs Leben mitgeben und hält sich an die Worte von Modestar Karl Lagerfeld: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren", sagte der einst über die ausgebeulte Sportkleidung im Alltag. Auch bauchfreie Tops und tiefe Ausschnitte fallen an einigen Schulen in die Kategorie unerwünscht.

Matthias Geisriegler greift gerne bewusst zur Jogginghose. "Sie ist bequem, mit allem kombinierbar, sie ist zeitlos!", sagt der 22-jährige Österreicher, der den Jogginghosentag 2009 gemeinsam mit Schulfreunden ins Leben gerufen hat. "Prinzipiell finde ich nicht, dass irgendwas gegen Jogginghosen an der Schule spricht. Zumindest einmal im Jahr ist das überhaupt kein Problem." Wohlfühlen sollte man sich, sagt er. Für den Studenten kommt es dabei aber auch immer auf den Zustand der Jogginghose an: "In der Schule sollte es keine kaputte, alte, ungewaschene Jogginghose sein." An mancher Schule sind sogar bereits Lehrer in die Beulenhose geschlüpft. "Wir haben das unterstützt", sagt Herlinde Jäkel, stellvertretende Leiterin der Don-Bosco-Schule in Höchstadt a.d. Aisch.. "Ich hatte auch eine an."

Von Nico Pointer

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