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86 Kamele verbrennen in Flammenhölle
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Kamelfarm brennt ab 86 Kamele verbrennen in Flammenhölle

Tiertragödie im Schwarzwald: 86 Tiere verbrennen in einer Flammenhölle. Die wohl größte Kamelfarm im Land wird ein Raub eines Brandes.

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Das Feuer war in der Nacht um etwa 02.00 Uhr von Anwohnern gemeldet worden.

Quelle: dpa

Ebhausen. 86 Kamele sind am Donnerstag in den Flammen eines Großfeuers auf der bundesweit wohl größten Kamelfarm im Schwarzwald ums Leben gekommen. Fünf Tiere konnte der Besitzer des Hofs in Ebhausen vor den Flammen retten. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Die Ursache des verheerenden Feuers war zunächst unklar. Der Schaden liege zwischen einer Million und zwei Millionen Euro, teilte die Polizei mit. Die Kamelfarm war eine Attraktion in der Region und vor allem bei Familien mit Kindern beliebt.

Das Feuer war in der Nacht um etwa 02.00 Uhr von Anwohnern gemeldet worden. Als die ersten der rund 100 Feuerwehrleute aus den umliegenden Gemeinden anrückten, stand das Gebäude lichterloh in Flammen. „Es ging alles rasend schnell“, sagte ein Polizeisprecher. Für die meisten Kamele kam jede Hilfe zu spät. Der Stall, in dem sie untergebracht waren, brannte komplett aus.

Der sichtlich geschockte Eigentümer Wilhelm Breitling, seine Familie und Mitarbeiter der Farm mussten von Seelsorgern betreut werden. „In zwei Stunden wurde mein Lebenswerk zerstört“, sagte Breitling unter Tränen. Nur fünf Kamele, die in einem überdachten Vorbau standen, überlebten, drei erlitten aber Brandwunden. „Ich hoffe, dass sie wieder gesund werden“, sagte Breitling. Die überlebenden Tiere wurden in einem nahen Stall untergebracht.

Brandgeruch lag den ganzen Donnerstag über dem Ort. Zwischen den verkohlten Holzteilen, umgekippten Betonpfosten und Metallstützen flackerten immer wieder Flammennester auf. Bis alle Glutnester gelöscht sind, dürfte es nach Einschätzung der Polizei Tage dauern.

Schon seit dem Morgen waren acht Kripobeamte vor Ort, auch zwei Brandsachverständige vom Landeskriminalamt wurden hinzugezogen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, hieß es. Es deute nichts auf Brandstiftung hin; sie werde aber auch nicht ausgeschlossen, sagte ein Ermittler. „Wir suchen die Nadel im Heuhaufen.“

Mit seinen rund 90 Tieren war der Kamelhof Ebhausen-Rotfelden eine Seltenheit. Die „Fata Morgana“ im Schwarzwald war von manchen anfangs kritisch gesehen worden. Doch rund 30 000 Kinder mit ihren Familien kamen jährlich auf die Kamelfarm, zudem viele Ausflügler.

Auf dem Kamelhof konnten Besucher die Tiere streicheln, reiten oder an tiergestützten Therapien teilnehmen. Verhaltensforscher und Ernährungswissenschaftler interessierten sich für die Farm. Der 74 Jahre alte Besitzer hatte dem ungewöhnlichen Projekt im Schwarzwald sein halbes Leben gewidmet. Den Hof hatte er eigentlich aus Altersgründen abgeben wollen.

Auf der Homepage der Kamelfarm hieß es am Donnerstag: „In der vergangenen Nacht ist der Kamelhof abgebrannt. Der größte Teil der Tiere ist dabei umgekommen. Wir bitten Sie, im Augenblick von Anrufen abzusehen. Danke!“ Die Gemeinde will der Familie jetzt unter die Arme greifen.

Vor über zwei Jahren gab es in Karlsruhe eine ähnliche Tragödie: Damals starben 26 Tiere des Streichelzoos, vier Elefanten erlitten schwere Brandverletzungen. Als Ursache wurde in Karlsruhe ein technischer Defekt vermutet.

dpa

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