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Panorama Im Boateng-Trikot gegen Gauland
Nachrichten Panorama Im Boateng-Trikot gegen Gauland
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17:27 08.06.2016
Der Abgeordnete Sven Petke (l.) erscheint in einem Fußball-Shirt mit der Aufschrift "Boateng" im Landtag in Potsdam (Brandenburg). Rechts sitzt der Vorsitzender der AfD-Fraktion, Alexander Gauland. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
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Potsdam

Aus Protest gegen AfD-Fraktionschef Alexander Gauland ist der CDU-Abgeordnete Sven Petke im Trikot von Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng zur Plenardebatte des Brandenburger Landtags aufgelaufen. "Mein Sohn ist Fan von Bayern München und hat mich gefragt, was mein Landtagskollege Gauland gegen Boateng hat", erläuterte Petke am Mittwoch am Rande der Sitzung seine Aktion.

Am Freitag beginnt die Europameisterschaft. Aber nicht aus diesem Grund kam der CDU-Abgeordnete Sven Petke in einen Boateng-Trikot zur Plenardebatte in den Brandenburger Landtag. Es war eine Protestaktion gegen den AfD-Fraktionschef Alexander Gauland.

"Mich berührt es peinlich, gemeinsam mit Gauland im Parlament zu sitzen." Das Trikot sei daher ein politisches Statement gegen den AfD-Bundesvize und Fraktionschef.

Gauland tritt für eine deutliche Begrenzung der Zuwanderung ein und hatte in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit Bezug auf Boateng gesagt: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben." Damit löste er einen Sturm der Empörung aus. Der Bayern-Spieler hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater.

Ministerpräsident unterstützt Protestaktion

Ungewohnten Beifall erhielt der Oppositionspolitiker Petke von Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). "Ich finde es bemerkenswert, dass Sie heute nicht mit Anzug und Krawatte auflaufen, sondern im Trikot von Boateng", sagte der Ministerpräsident am Rednerpult. "Ich glaube, wir hätten heute gerne alle dieses Trikot angezogen. Danke für diese Geste."

Gauland selbst vermied es, auf seine Äußerungen angesprochen zu werden. Er erschien erst kurz vor Beginn der Sitzung und las während der Debatte demonstrativ in einer Zeitung. Gauland ging auch erst in die Mittagspause, nachdem alle übrigen Abgeordneten den Plenarsaal verlassen hatten.

dpa/RND

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