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Panorama Abiturientin tötet ihr Neugeborenes
Nachrichten Panorama Abiturientin tötet ihr Neugeborenes
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15:45 16.09.2016
Versteckt ihr Gesicht hinter einer Mappe: Das Berliner Landgericht verurteilte die 19-Jährige wegen Totschlags. Quelle: dpa
Berlin

Sie stammt aus einem soliden Elternhaus, ihre Eltern sind Akademiker. Die 18-Jährige erträumt sich eine große Zukunft, bastelt an ihrem Abitur. Sie erschafft sich eine Welt, in der eine Schwangerschaft keinen Platz hat. Mit Ausreden kaschiert sie ihren stetig wachsenden Bauch, und als das Baby auf der Welt ist, überkommt den Teenager die Panik. Im Kinderzimmer der Wohnung in Berlin-Friedenau bringt die Gymnasiastin in der Nacht des 12. Dezembers 2015 ein gesundes, lebensfähiges Mädchen zur Welt. Kurze Zeit später erstickt sie es mit einem Handtuch, urteilt das Landgericht und schickt die Mutter wegen Totschlags für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Sie hat habe ihr Baby nicht töten wollen, sagt die 19-Jährige unter Tränen. Sie habe zum diesem „Etwas“, wie sie in ihrem Schlusswort erklärt, keinerlei Bezug, keine Emotionen, keine mütterlichen Gefühle gehegt. „Ich habe nichts Böses gewollt“, sagt sie. Auslandsaufenthalte, das baldige Studium, ihr bis dato sorgenfreies Leben wollte sie schlicht nicht aufgeben. Nun aber werde sie ein Leben lang begleiten, dass „ich meinem Kind nicht helfen konnte, dass meine Tochter nicht leben durfte“. Dabei hatte sie bereits einen Namen für das neue Leben: Alma.

Verteidigung setzt auf Schuldunfähigkeit

In dem Urteil heißt es: „Die Tötung war die konsequente Fortsetzung einer verheimlichten Schwangerschaft, an deren Ende es kein Kind geben durfte.“ Die Erklärungen der Verteidigung, die auf Schuldunfähigkeit ausgerichtet war, stach nicht. Die damals 18-Jährige habe keine Handlungsalternativen erkennen können. Und da die Todesumstände ungeklärt seien, müsse die junge Frau freigesprochen werden. Die Angeklagte gestand, unmittelbar nach der Geburt ein Handtuch über das kleine Mädchen gelegt zu haben. Der Säugling erstickte.

Aufgeflogen ist die Tat damals, weil die Mutter der 18-Jährigen sich um ihre Tochter sorgte und den Notarzt rief. Der erkannte die kurz zuvor erfolgte Geburt und alarmierte die Rettungskräfte. In der Wohnung fanden die Helfer den Säugling – eingewickelt in einem Handtuch und einem Laken, versteckt in einer Plastiktüte.

Von RND/Carsten Bergmann

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