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Acht Elite-Unis streiten um eine Schülerin

Studium in den USA Acht Elite-Unis streiten um eine Schülerin

Der Druck bei amerikanischen Schülern ist groß. Noten allein reichen nicht aus, um an guten US-Universitäten zu studieren. 95 Prozent der Bewerber werden abgelehnt. Die 17-jährige Augusta Uwamanzu-Nn schaffte an der Elmont Memorial High School das, wovon Millionen US-Teenager träumen.

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Ausnahmetalent Augusta Uwamanzu-Nna wurde an den acht ruhmreichsten Eliteuniversitätenin den USA angenommen.

Quelle: AFP/Timothy A. Clary

New York. Herausragender Erfolg ist an dieser Schule gewöhnliche Normalität. Ganz Amerika schaut derzeit neidisch auf die Elmont Memorial High School, eine eigentlich typische öffentliche Schule in einer beschaulichen
33 000-Einwohner-Gemeinde bei New York. Die 17-jährige Augusta Uwamanzu-Nna, Tochter von nigerianischen Einwanderern, schaffte hier das, wovon Millionen US-Teenager nur träumen. Während 95 Prozent aller Bewerber an den US-Spitzenhochschulen abgelehnt werden, streiten sich die acht ruhmreichsten Eliteuniversitäten des Landes um dieses selbstbewusst-sympathische Mädchen. Der Kampf um die klügsten Nachwuchsköpfe spitzt sich immer schärfer zu.

Harvard, Columbia, Princeton, Yale, Brown, Cornell, Dartmouth und Pennsylvania, dazu noch das Massachusetts Institute of Technology, die Johns Hopkins University und die New York University. Die Liste der Zusagen ist lang. Naturwissenschaften möchte Augusta als Hauptfach studieren, das weiß sie sicher. Wo das aber sein wird, da ist sich der Teenager unschlüssig. Bis zum 1. Mai muss sich die bodenständige Ausnahmeschülerin entscheiden.

Für die Elmont Memorial High School ist diese landesweite Aufmerksamkeit nichts Neues. Bereits ein Jahr zuvor buhlten die renommierten Eliteunis um Harold Ekeh, einen 17-jährigen Immigranten aus Nigeria, der sich damals für Yale entschied und heute den amerikanischen Traum lebt.

95 Prozent scheitern mit Bewerbung

Zwei Jahre hintereinander so ein unglaublicher Erfolg – was macht diese High School anders als andere? Großes Talent, Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit hätten die junge Frau so weit gebracht, heißt es aus dem Zimmer des Direktors. Zweifelsohne richtig. Das allein dürfte die Top-Unis nicht überzeugt haben. Denn: Gute Noten haben zahllose Bewerber auch. Ein noch überzeugenderes Qualitätsmerkmal der 17-Jährigen war die Finalteilnahme an einem vom Intel-Konzern initiierten Wissenschaftswettbewerb, in die es Augusta für ihre Forschung über Zement als Praktikantin an der Columbia-Universität schaffte. Ein Türöffner in eine erfolgreiche Zukunft, der ihr darüber hinaus einen Besuch im Weißen Haus bei Präsident Barack Obama einbrachte. Anders sieht es für die große Mehrheit der US-Teenager aus. Die Uni-Suche kommt eher einem Glücksspiel gleich, Jahr für Jahr scheitern 95 Prozent aller Bewerber mit ihrer Bewerbung an den Eliteunis. Hier sollen eben nur die Besten der Besten der Besten unterrichtet werden.

Ob Jennifer Berman dazugehören wird? Die 16-Jährige wird nervös, wenn sie über den kommenden Sommer nachdenkt. Wie soll sie die Zeit zwischen Juli und September sinnvoll nutzen, um aus der Masse an Mitbewerbern herauszustechen? Soll Jennifer sich bei einer sozialen Organisation freiwillig melden, die Kinder im Getto betreut, ein Praktikum bei einem Technologie-Start-up oder doch lieber Sommerkurse für High-School-Studenten an der Universität absolvieren? Der Druck, der auf ihr lastet, ist gewaltig.

Musterschülerin will Nigeria helfen

Die Taktik der Hochschulen ist klar: Mit einer niedrigen Akzeptanzrate soll das ohnehin hohe Prestige noch weiter gesteigert werden. Schließlich geht es um Millionen an Fördergeldern. Der Kolumnist Frank Bruni, ein renommierte Kämpfer gegen die künstliche Verknappung an den US-Unis, schrieb dazu satirisch: Die Universität Stanford in Kalifornien habe sich in diesem Jahr dazu entschlossen, gar keine Bewerber anzunehmen, weil kein Olympiasieger dabei gewesen sei und die 17-jährige Chirurgin keine besonders komplizierten Operationen vorzuweisen hatte. So hoch seien inzwischen die Hürden für eine Aufnahme.

„Es ist schon eine Ehre, nur eine dieser Schulen zu besuchen“, sagt die  17-jährige Augusta Uwamanzu-Nna ganz bescheiden. „Was immer ich mit meinem Leben auch anfange, es soll Nigeria helfen.“ Fest steht: Wo auch immer dieses Ausnahmetalent ihren Abschluss machen wird, die Arbeitgeber werden sich um die Frau mit den schwarzen Locken streiten. Aber das ist Augusta Uwamanzu-Nna inzwischen ja gewohnt.

Von Carsten Bergmann und Sebastian Moll

Die besten Universitäten der Welt

10 000 Akademiker und Bildungsexperten aus der ganzen Welt haben über die Liste der renommiertesten 100 Universitäten abgestimmt. Aus Deutschland schaffen es nur drei unter die besten 50, insgesamt tauchen nur sechs heimische Hochschulen in dem Ranking auf.

Als renommierteste Uni der Welt gilt demnach die Harvard University in den USA. 1636 wurde die älteste Hochschule Amerikas gegründet. Ihr Motto: Veritas, was so viel bedeutet wie die Wahrheit, die Wirklichkeit. Zu den Absolventen zählen unter anderem John F. Kennedy, Bill Gates und Mark Zuckerberg. Insgesamt brachte die Uni 47 Nobelpreisträger hervor. Ein Jahr in Harvard kostet rund 60 000 US-Dollar.
Auf den Plätzen zwei und drei folgen die beiden britischen Hochschulen Cambridge und Oxford vor dem Massachusetts Institue of Technology und Stanford  (beide USA). Neun von den ersten elf Plätzen liegen allesamt in den USA. Auf Rang zwölf folgt Tokio. Die erste europäische Hochschule landet auf Platz 15: Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich lehrt seit 1854. Hier machte unter anderem Albert Einstein seinen Abschluss. Auch Max Frisch und Wilhelm Conrad Röntgen studierten an dieser Schweizer Hochschule.

Renommierteste deutsche Universität wurde wieder die Ludwig-Maximilians-Universität in München, allerdings kletterte sie von Platz 46 aus dem Jahr 2014 auf Platz 35. Neben den ebenfalls verbesserten Universitäten Heidelberg (Platz 38) und Humboldt-Universität zu Berlin (41) tauchen in den hinteren, nur noch in Blöcken eingeteilten Bereichen die Technische Universität München (61 bis 70), die Freie Universität Berlin (81 bis 90) und die Technische Hochschule Aachen (91-100) auf.

Diese Platzierungen reichen für Deutschland im Gesamtklassement – unverändert – für Platz drei hinter den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die Amerikaner brachten diesmal 43 Universitäten unter die Top 100, die Briten zwölf.

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