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Panorama Acht Festnahmen nach Anschlag in Tunesien
Nachrichten Panorama Acht Festnahmen nach Anschlag in Tunesien
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15:15 02.07.2015
Nach dem blutigen Attentat in Tunesien bewachen bewaffnete Soldaten den Strand. Quelle: dpa
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Tunis

Das "gesamte Netzwerk" hinter dem Attentat sei enttarnt worden. Der tunesische Student Seifeddine Rezgui hatte am vergangenen Freitag an einem Strand in Port El Kantaoui nahe Sousse 38 Menschen erschossen, darunter zwei Deutsche. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen. Die Pressekonferenz von Jendoubi war die erste zum Stand der Ermittlungen seit dem Attentat. Der Minister machte allerdings keine Angaben dazu, ob mit den Festnahmen alle Verdächtigen gefasst sind oder ob noch nach weiteren gefahndet wird.

Der Minister hatte nach den Anschlägen den Vorsitz über den einberufenen Krisenstab übernommen. Nach den Angaben Jendoubis sind an den Ermittlungen auch britische Sicherheitsexperten beteiligt. Unter den 38 in Sousse getöteten Touristen waren 30 Briten, wie der britische Außenminister Philip Hammond am Donnerstag offiziell bestätigte. Am Freitag, genau eine Woche nach den Anschlägen, soll nach Angaben Hammonds um zwölf Uhr mittags in Großbritannien und allen britischen diplomatischen Vertretungen weltweit in einer Schweigeminute der Opfer gedacht werden.

Blutigster Anschlag in Tunesiens Geschichte

Das Attentat auf die Anlage des Hotels Riu Imperial Marhaba war das bislang blutigste in der Geschichte Tunesiens. Seit dem Sturz des ehemaligen Staatschefs Ben Ali 2011 ist die islamistische Gewalt in dem nordafrikanischen Land auf dem Vormarsch, viele junge Tunesier schließen sich offenbar aus Frust über mangelnde Perspektiven Extremisten an. Mehr als 3000 Tunesier sollen sich bereits islamistischen Milizen im Irak, in Syrien und im Nachbarland Libyen angeschlossen haben. Nach den Erkenntnissen der tunesischen Ermittler wurde auch der 23-jährige Attentäter von Sousse in einem Terrorlager in Libyen ausgebildet. Dort traf er möglicherweise auch auf die beiden Extremisten, die im März bei einem Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis 22 Menschen töteten, die meisten von ihnen auch ausländische Touristen.

Die Attentate sind auch für die tunesische Wirtschaft, die stark vom Tourismus abhängt, ein schwerer Schlag. Jendoubi hob am Donnerstag hervor, dass zur Sicherung der touristischen Gebiete mehr als 1300 bewaffnete Sicherheitskräfte entsandt worden seien. Sie sollten die bereits vor Ort befindlichen Polizeikräfte unterstützen. In der vergangenen Woche hatte Präsident Beji Caid Essebsi eingeräumt, dass die Sicherheitskräfte trotz islamistischer Drohungen gegen Touristen keine Schutzmaßnahmen getroffen hätten.

afp

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