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Panorama Adventskalender erobern die Nische
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11:34 26.11.2013
Kinder freuen sich besonders über einfache Kalender mit Schokolade – die Wartezeit bis Weihnachten kann man sich aber auch mit alternativen Ideen verkürzen. Quelle: dpa
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Stuttgart

Wer sich die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen will, kann jeden Tag ein anderes Parfüm aufsprühen. Oder 24 neue Zaubertricks ausprobieren. Klar, der gute alte Adventskalender mit Schoki wäre auch eine Möglichkeit. Der bekommt allerdings zusehends Konkurrenz von ausgefallenen Varianten.

„Der Wille, gemeinsam Advent zu feiern, ist stärker geworden“, sagt Trendforscher Peter Wippermann. „Aber man möchte dabei nicht von seinem individuellen Lebensstil abweichen.“ Bei Adventskalendern gebe es daher „eine enorme Ausdifferenzierung“. Mittlerweile kommen sogar Veganer auf ihre Kosten: Im Netz ist etwa der tierfreie Adventskalender „moo free“ mit Bioschokolade zu haben, der obendrein noch glutenfrei ist. Wippermann: „Jede Art von Nischenkultur entwickelt ihren eigenen Adventskalender.“

Das hat auch der Handelskonzern Douglas für sich entdeckt - und packt längst das eigene Parfüm hinter die Türchen. „Adventskalender erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmend großer Beliebtheit“, erklärt eine Sprecherin. „Mit steigendem Interesse und der Begeisterung für diesen klassischen Adventsbrauch sind auch die Adventskalender-Varianten zahlreicher geworden.“

Trendforscher Wippermann hat dabei vor allem zwei Entwicklungen beobachtet: Auf der einen Seite seien nostalgische Adventskalender mit historischen Motiven im Kommen. Auf der anderen Seite schlage sich der Trend zu Individuellem und Selbstgemachtem nieder. „Und in der Mitte steht der klassische Schokoladen-Kalender.“

Der Coppenrath Verlag, der neben Büchern auch Geschenke anbietet, hat beispielsweise eine „nostalgische Weihnachtsdose“ im Repertoire. Statt Schokolade stecken darin 24 Backrezepte - und die historisch anmutende Dose ist zugleich eine aufziehbare Spieluhr. Die individuelle Schiene bedient der Kosmos Verlag, bei dem etwa ein Adventskalender für Magier mit 24 Zaubertricks erschienen ist.

Wer es allerdings wirklich individuell haben will, muss schon selbst kreativ werden: „Es gibt viele Leute, die nur zur Weihnachtszeit basteln“, sagt eine Sprecherin vom Creativmarkt Idee. Im Laden hängen ihr zufolge immer drei bis vier selbst gebastelte Exemplare als Muster. „Der Renner ist der mit den Jutesäckchen.“

Aber lohnt sich die ganze Mühe überhaupt? Wenn der Adventskalender als Geschenk gedacht ist, auf jeden Fall, wie der Soziologe Holger Schwaiger, der ein Buch über das Schenken geschrieben hat, erklärt. „Das Selbstgemachte ist mehr wert als der Schoko-Kalender“, betont er. „Mit diesem Geschenk habe ich nicht nur 24 Mal die Möglichkeit zu sagen „Ich hab dich gern“, sondern ich habe 24 Mal ein kleines Geschenk gegeben, das eine Erinnerungsfunktion erfüllt.“

Das könnte noch einen weiteren Vorteil nach sich ziehen: Wenn man einen selbst gebastelten Adventskalender verschenkt, stehen die Chancen gut, im nächsten Jahr selbst einen zu bekommen. Schwaiger: „Eigentlich muss eine Rück-Gabe erfolgen.“

Also künftig nur noch Do-it-yourself-Kalender für die Liebsten? „Den mit Schokolade würde ich eher als kleine Aufmerksamkeit am Rande platzieren“, sagt Schwaiger. Zumindest einer freue sich aber noch über schnöde Fertig-Schoki hinter dem Türchen: die Kinder. „Ein Kind, das noch nicht so viele andere Bewertungskriterien hat, findet einen Schoko-Adventskalender über alle Maßen berauschend.“

dpa

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