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Air Berlin lässt Neunjährige sitzen

Offener Brief von Mutter Clelia Sartos Air Berlin lässt Neunjährige sitzen

Air Berlin hat eine allein reisende Neunjährige auf dem Flughafen sich selbst überlassen - für die gebuchte Airline ein peinlicher Fall. Sie will ihn umgehend ausbügeln, zumal die Mutter Schauspielerin Clelia Sartos ist.

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Schauspielerin Clelia Sarto bei der Verleihung des Jupiter Awards in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Die Schauspielerin Clelia Sarto ist stocksauer: Auf dem Flug von Venedig nach Berlin blieb die allein reisende neunjährige Tochter beim Zwischenstopp in Stuttgart sich selbst überlassen. Und das, obwohl die Fluggesellschaft Air Berlin auf ihrer Internetseite für solche Fälle verspricht, dass ein Mitarbeiter nicht von der Seite des Kindes weicht. Ein Beschäftigter habe das Mädchen vielmehr zwischen tausenden Fluggästen mit der Anweisung "abgestellt": "Hier wartest du jetzt zweieinhalb Stunden, bis dich jemand abholt", schreibt die 41-Jährige auf Facebook. Glücklicherweise habe ihre Tochter alsbald in einem Restaurant um Hilfe gebeten, woraufhin sich eine Reisende ihrer angenommen habe.

Auf Facebook schrieb Sartos auch einen offenen Brief an die Fluggesellschaft, der in ihrem Freundeskreis und bei ihren Schauspielerkollegen Empörung über den Umgang mit ihrer Tochter auslöste. Auch Armin Rohde ("Tatort") teilte den Beitrag.

Natürlich gab es auch wieder kritische Kommentare. Einige User unterstellten der Schauspielerin, ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben, weil sie die Tochter allein reisen ließ. Sarto ist unter anderem aus TV-Serien wie "Lindenstraße", "Das Traumschiff" und der "Landarzt" bekannt. Das Unternehmen gab sich am Montag zerknirscht, sprach aber von einem bedauerlichen Einzelfall. Es habe sich bei der Mutter bereits öffentlich entschuldigt und werde versuchen, dies am Montag auch noch persönlich bei der Familie zu tun. Mit dem für die Betreuung des Kindes zuständigen Mitarbeiter sei schon "ein klärendes Gespräch geführt" worden. "Intern haben wir alles in die Wege geleitet, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt."

Selbst Vorstandschef Stefan Pichler schaltete sich mit einem Brief an Sarto in die Angelegenheit ein und entschuldigte sich persönlich bei ihr und ihrer Familie. Sie werde in den nächsten Tagen einen Fluggutschein für einen Hin- und Rückflug von Deutschland nach Italien für drei Personen erhalten, versprach er. Obendrein dürfe die Familie exklusiv einen Blick hinter die Kulissen bei Air Berlin in der Bundeshauptstadt werfen. Jährlich flögen allein reisende Kinder rund 25 000 Mal mit der Airline, hieß es. Das Unternehmen hoffe, Sartos Vertrauen zurückzugewinnen.

dpa/so

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