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Tourist tötet Simbabwes berühmtesten Löwen

Amerikaner steht am Pranger Tourist tötet Simbabwes berühmtesten Löwen

Cecil war wegen seiner schwarzen Mähne weit über die Landesgrenzen Simbabwes bekannt. Nun hat ein amerikanischer Zahnarzt den 13-jährigen Löwen aus seinem Nationalpark gelockt und getötet. Der Jäger ist nun selbst zum Gejagten geworden.

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Der 13-jährige Löwe Cecil war ein Nationalsymbol Simbabwes. Nun ist er von Jägern getötet worden.

Quelle: dpa

Harare. Geköpft und gehäutet wurde Cecils Kadaver Anfang Juli vor den Toren des Hwange National Parks gefunden. Der 13-jährige Löwe, bekannt für seine schwarze Mähne, war eine Berühmtheit – über die Landesgrenzen von Simbabwe hinaus. Nun stehen seine Jäger international am Prager. Am Dienstag veröffentlichte die Umweltschutzbehörde des ostafrikanischen Landes die Namen, Adressen und Telefonnummern der beiden Jäger auf ihrer Facebook-Seite – und beschrieb, wie die Männer Cecil in die Falle lockten.

So stecken hinter der Tat anscheinend der amerikanische Zahnarzt Walter Palmer und der professionelle Jäger Theo Bronkhorst, der in Simbabwe Safaris anbietet. Die Jäger hätten laut der Umweltschützer ein totes Tier an ihren Wagen gebunden und die Raubkatze damit aus dem Hwange National Park gelockt. Außerhalb des Parks ist die Jagd legal.

 

Palmer habe dann mit Pfeil und Bogen auf Cecil geschossen, das Tier aber nicht erlegt. Erst 40 Stunden nach der nächtlichen Aktion hätten die Jäger den Löwen entdeckt und erschossen. Anschließend hätten sie ihn gehäutet und geköpft. Zudem hätten sie vergeblich versucht, sein mit einem GPS-Sender versehenes Halsband zu zerstören, das Forscher des von der Oxford-Universität unterstützten Hwange Lion Research ihm angelegt hatten.

Bronkhorst und der Besitzer des Grundstücks, auf dessen Land Cecil getötet wurde, müssen sich nun vor Gericht verantworten. Die Richter müssen klären, ob Bronkhorst – anders als erste Erkenntnisse vermuten lassen - eine Jagderlebnis für den Löwen hatte und inwieweit sein Vorgehen gegen Vorschriften zur Großwildjagd verstoßen hat. Allerdings: Löwen sind in Simbabwe keine speziell geschützte Spezies.

Palmer rechtfertigt sich

Vorerst kamen Bronkhorst und der Grundstücksbesitzer gegen eine Kaution von jeweils 1000 Dollar frei. Sollten sie wegen Wilderei verurteilt werden, droht ihnen mindestens eine heftige Geldstrafe von mehreren tausend US-Dollar. Der Richter könnte aber auch eine zusätzliche Freiheitsstrafe verhängen – 15 Jahre ist die gesetzliche Höchststrafe.

Auch nach Palmer, der umgerechnet rund 45.000 Euro für die Löwenjagd bezahlt haben soll, wird Berichten zufolge gesucht. Der Zahnarzt veröffentlichte ein Statement über die Jagd: "Ich hatte keine Ahnung, dass der Löwe ein bekannter, lokaler Liebling war, ein Halsband trug und bis zum Ende der Jagd Teil einer Studie war", schrieb er laut einem Bericht der "Star Tribune". "Meiner Kenntnis nach war alles an dieser Reise legal und wurde ordnungsgemäß gehandhabt und durchgeführt."

Rangnächste Löwe wird Cecils Junge töten

Die Website von Palmters Zahnarztpraxis ist mittlerweile offline, denn mittlerweile ist er selbst zum Gejagten geworden. Auf der Facebookseite der Umweltschutzbehörde drohen ihm Nutzer mit dem Tod. "Lass uns den Zahnarzt töten", schreibt ein User. Rund 130.000 Menschen unterzeichneten nach Cecils Tod eine an Simbabwes Präsident Robert Mugabe gerichtete Petition, Genehmigungen zur Jagd auf vom Aussterben bedrohte Tiere zu stoppen.

"Der traurigste Teil von Cecils Tod ist, dass der rangnächste Löwe Jericho nun höchstwahrscheinlich alle von Cecils Jungen töten wird, damit er seine eigene Blutlinie in die des Weibchens einfügen kann", schrieb Rodrigues von der ZCTF. "Das ist bei Löwen das Standardverfahren."

Tamara Scholz/Johannes Schmitt-Tegge/aks

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