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Panorama Amokläuferin von Lörrach war Sportschützin
Nachrichten Panorama Amokläuferin von Lörrach war Sportschützin
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16:26 22.09.2010
Amoklauf in Lörrach: Die Amokläuferin war Sportschützin und hatte legal mehrere Waffen. Quelle: ap

Die Amokläuferin von Lörrach war Sportschützin und besaß legal mehrere Waffen. Das erklärt auch, woher die 41-jährige Rechtsanwältin die Sportwaffe Kaliber 22 und die Munition für die Bluttat hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Frau rund 300 Schuss Munition mit in das Krankenhaus genommen.

Der fünfjährige Sohn ist nicht erschossen worden. Der Junge weise „Anzeichen von stumpfer Gewalt“ auf, sagte Generalstaatsanwalt Uwe Schlosser am Montag in Lörrach. Ob der Kleine erst bei der Explosion in der Wohnung zu Tode gekommen ist, werde noch geklärt.

Seine Mutter hatte am Sonntagabend im südbadischen Lörrach ihren Mann, ihren fünfjährigen Sohn und auf der Flucht einen Krankenpfleger getötet. Nach einem Feuergefecht wurde sie von einem Polizisten erschossen. Das genaue Motiv für die Bluttat ist noch unklar. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus und prüfen, ob möglicherweise ein Sorgerechtsstreit ein Grund für das Verbrechen war.

Nach dem Amoklauf haben die Grünen ihre Forderung bekräftigt, Sportwaffen aus privaten Wohnungen zu verbannen. „Sie müssen ganz raus aus den Privaträumen“, sagte der Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Wolfgang Wieland, am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Wieland sagte: „Wir bekommen nach jedem Amoklauf eine kleine Verschärfung des Waffenrechts. So auch nach Winnenden.“ Es geschehe nicht mehr, weil der Druck der Waffenlobby auf die Politik stark sei. Die Grünen hätten vor der Sommerpause einen Antrag zum Waffenrecht in den Bundestag eingebracht, der noch beraten werden müsse.

Er könne nur appellieren, weitere Schritte im Waffenrecht zu gehen, sagte Wieland. Die Sportwaffen aus Privaträumen zu verbannen, sei zwar nicht von heute auf morgen möglich, weil dazu erst sichere Unterbringungsmöglichkeiten in den Schützenhäusern geschaffen werden müssten. „Aber das ist machbar mit einer Übergangszeit.“

Als Sofortmaßnahme fordern die Grünen eine getrennte Aufbewahrung von Waffen und Munition. „Langfristig meinen wir, dass Mordwaffen keine Sportwaffen sind“, sagte Wieland. Seiner Meinung nach sollten Sportschützen mit großkalibrigen Waffen gar nicht schießen dürfen.

Amokläuferin hatte Fehlgeburt in der Tatort-Klinik

Die Amokläuferin von Lörrach hatte in der Klinik, in der sie einen Pfleger erschoss, vor sechs Jahren eine Fehlgeburt. „Ob das der Grund war, dass sie sich dort hinwandte, wissen wir nicht“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer am Montag in Lörrach. Nach den derzeitigen Ermittlungen liege es nahe, „dass eine Beziehungsproblematik Auslöser für die Tat war“.

„Wir haben bisher keine Erkenntnisse, dass die Frau psychiatrisch erkrankt war“, sagte Inhofer. Sie habe aber in jüngster Zeit den Eindruck hinterlassen, „psychisch angespannt zu sein“.

dpa

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