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Amokschütze besaß einen Waffenschein

Mann erschießt in Mittelfranken zwei Menschen Amokschütze besaß einen Waffenschein

In Mittelfranken erschießt ein Amokläufer eine Frau und einen Radfahrer. Aus einem Auto heraus bedroht der Schütze weitere Menschen und flüchtet. Kurz darauf Aufatmen: Der Mann ist gefasst. Er wird jetzt psychiatrisch untersucht, teilte die Polizei mit.

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Der mutmaßliche Amokschütze wurde von der Polizei in Bad Windsheim (Bayern) an einer Tankstelle festgenommen. Er war mit einem silbernen Mercedes-Cabrio unterwegs.

Quelle: dpa

Ansbach. Bernd G. galt bislang als unbescholtener Ansbacher Bürger. Nun hat er in Mittelfranken mindestens zwei Menschen getötet, darunter eine 82 Jahre alte Frau. Anschließend flüchtete der Verdächtige rund 30 Kilometer weit in einem Auto, bis die Polizei ihn an einer Tankstelle festnehmen konnte.

In Tiefenthal, einem Ortsteil der Gemeinde Leutershausen im Landkreis Ansbach, erschoss der Mann nach Angaben der Ermittler aus seinem Auto heraus die alte Frau auf dem Gehweg vor ihrem Haus. Er soll sie davor angesprochen haben. Kurz darauf tötete er einen Fahrradfahrer im fünf Kilometer entfernten Ortsteil Rammersdorf – auch hier starb das Opfer noch am Tatort. Außerdem beschoss er einen Landwirt und bedrohte einen weiteren Autofahrer. Der Landwirt wurde durch Splitter verletzt.

Ein Amokläufer hat am Freitag im Landkreis Ansbach zwei Menschen erschossen. Gegen Mittag wurde der mutmaßliche Täter im Raum Bad Windsheim festgenommen.

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Nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann ist der Mann 47 Jahre alt (Jahrgang 1968). Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es keine Verbindung zwischen Täter und Opfern, "sodass von einem typischen Amoklauf auszugehen ist", sagte Herrmann. Nach der Festnahme habe der mutmaßliche Täter "psychische Auffälligkeiten" gezeigt, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Derzeit müsse von Zufallsopfern ausgegangen werden. Auf sie geschossen hat er laut Innenminister Herrmann jedoch gezielt.

Nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts Gerhard Neuhof besaß Bernd G. sowohl einen Revolver als auch eine Pistole und einen offiziellen Waffenschein. Die Waffen führte er bei sich.

Der Verdächtige flüchtete nach den Taten gegen 10 Uhr zunächst mit einem silbernen Cabrio mit Ansbacher Kennzeichen. Das Auto war auf seinen Vater zugelassen. Die Polizei startete daraufhin eine Großfahndung und rief die Bevölkerung auf, bei Hinweisen sofort den Notruf zu wählen: "Der Fahrer ist bewaffnet und macht rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch", erklärten die Fahnder.

Mutmaßlicher Täter fuhr noch 30 Kilometer

Kurz vor der Mittagszeit erfolgte die Festnahme bei Bad Windsheim. Der mutmaßliche Amokläufer fuhr nach den Taten also noch rund 30 Kilometer mit dem Auto. Wie Herrmann weiter sagte, sei der Täter von den Mitarbeitern einer Tankstelle in Bad Windsheim überwältigt worden. "Es ist dem beherzten Eingreifen der Tankstellen-Mitarbeiter zu verdanken, dass mutmaßlich Schlimmeres verhindert wurde", sagte Herrmann.

Offenbar hatte der Täter seine Waffe kurz auf dem Tresen abgelegt. Eine Mitarbeiterin der Tankstelle nutzte die Chance und nahm die Waffe an sich. Daraufhin hätten zwei Mechaniker den Mann überwältigt.

Es ist nicht der erste Amoklauf in der Region: Im September 2009 war ein 18 Jahre alter Gymnasiast an seiner Schule in Ansbach mit einem Beil, Messern und Molotow-Cocktails Amok gelaufen, er verletzte 15 Menschen. Das Landgericht Ansbach verurteilte den jungen Mann im April 2010 zu neun Jahren Jugendhaft und wies seine Unterbringung in einer Psychiatrie an.

dpa / wer / aks

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