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Tatwaffe stammte aus dem Darknet

Amoklauf in München Tatwaffe stammte aus dem Darknet

Beim Amoklauf in München sind vor allem Menschen mit Migrationshintergrund gestorben – und nur ein Opfer war über 20 Jahre alt. Drei der Angeschossenen befinden sich nach Angaben des Landeskriminalamtes noch in Lebensgefahr. Die Tatwaffe hat sich der 18-Jährige über das Darknet besorgt.

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Am Olympia-Einkaufszentrum wurden am Wochenende viele Blumen zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.

Quelle: dpa

München. Nach Angaben des Landeskriminalamts vom Sonntag waren unter den neun Opfern des Schützen zwei Deutsche, zudem seien zwei Menschen mit deutsch-türkischer Nationalität ums Leben gekommen. Auch habe es jeweils ein Todesopfer aus Ungarn, der Türkei und Griechenland gegeben. Ein Toter stamme aus dem Kosovo, ein weiteres Todesopfer sei staatenlos gewesen, hieß es weiter. Der 18 Jahre alte Amokläufer ist Deutsch-Iraner.

Bei einer Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum in München sind offenbar mehrere Menschen ums Leben gekommen.

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Am Sonnabend hatte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä mitgeteilt, dass alle Getöteten aus München und Umgebung stammen. Zwei 15-Jährige starben ebenso wie drei 14-Jährige, so die Ermittler. Die weiteren Todesopfer seien 17, 19, 20 und 45 Jahre alt gewesen. Unter den neun Opfern des Todesschützen seien drei Frauen gewesen.

Drei Opfer noch in Lebensgefahr

Drei Menschen schweben nach dem Amoklauf von München noch immer in Lebensgefahr. Das teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Sonntag in München mit. Insgesamt waren bei dem Amoklauf und bei panikartigen Szenen im Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt 35 Menschen verletzt worden.

Politische Debatte beginnt

Nach dem Amoklauf in München setzt die politische Debatte ein, wie solche Bluttaten künftig verhindert werden können. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach sich dafür aus, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte in der "Welt am Sonntag", dass "wir in extremen Situationen" wie Terroranschlägen "auch in Deutschland auf die Bundeswehr zugreifen können".
In den Blickpunkt rücken zudem die Waffengesetze: De Maizière sagte der "Bild am Sonntag", zunächst müsse ermittelt werden, wie der Amokläufer an die Tatwaffe gelangt sei. "Dann müssen wir sehr sorgfältig prüfen, ob und gegebenenfalls wo es noch gesetzlichen Handlungsbedarf gibt." Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung handelt es sich bei der Tatwaffe um eine Theaterwaffe, die wieder schussfähig gemacht wurde und die sich der Schütze über das Darknet besorgt haben soll.

In der Wohnung des jungen Mannes wurde nach Aussage de Maizières Material gefunden worden, das Verbindungen zum Amoklauf von Winnenden 2009 und zum Massenmord des Norwegers Anders Behring Breivik vor genau fünf Jahren vermuten lasse. Einen zunächst befürchteten Bezug der Bluttat zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schlossen die Behörden aus. Der Amokschütze, der in München aufgewachsen ist und zur Schule ging, hatte nach ersten Erkenntnissen von Ermittlern eine Erkrankung «aus dem depressiven Formenkreis».

Amokläufer hat Opfer nicht gezielt ausgesucht

Der Amokläufer von München hat nach Angaben der Ermittler seine Opfer nicht gezielt ausgesucht. Dies teilte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit.

dpa

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