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Der Feierabend muss warten

Arbeitszeiten und Überstunden Der Feierabend muss warten

Freitags ab eins, jeder macht seins – was wäre das schön. Die Realität aber sieht in Deutschland anders aus: 1,7 Millionen Deutsche arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche, dazu noch häufig an Feiertagen und Wochenenden. Und der Schichtdienst nimmt ebenfalls immer mehr zu.

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Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa (Symbolbild)

Berlin. Die Gewerkschaften haben das Thema bereits im Visier. Die IG Metall will die Arbeitszeit zum zentralen Tarifthema der kommenden Jahre machen. Der Blick auf die europäischen Nachbarn verrät: Auch dort sind lange Arbeitszeiten nicht außergewöhnlich.

„Die Arbeitszeit ist nicht nur zum Rumdaddeln da!“ - Bernd Stromberg, der querulantische Abteilungsleiter aus der gleichnamigen TV-Serie, bringt’s gewohnt schmerzfrei auf den Punkt. Selbstständigen gelingt es am wenigsten, den Hammer pünktlich fallen zu lassen. 37 Prozent von ihnen arbeiten auch zwischen 18 und 23 Uhr weiter, bei Angestellten ist es fast jeder Vierte.

Vor 20 Jahren, so ergab eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion bei Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, haben 1,3 Millionen Erwerbstätige (4,2 Prozent) länger als 48 Stunden die Woche gearbeitet. Heute sind es mehr als 1,7 Millionen Arbeitnehmer, das sind 4,8 Prozent.

Aktuell, so heißt es vom Ministerium, arbeitet jeder siebte Deutsche im Schichtdienst - binnen 20 Jahren stieg die Zahl von 3,8 Millionen auf 5,6 Millionen. Etwa jeder vierte Arbeitnehmer muss zudem am Wochenende ran: 2015 arbeiteten 8,8 Millionen Arbeitnehmer „ständig“ oder „regelmäßig“ am Sonnabend oder Sonntag. 1995 waren es nur 6 Millionen.

Und international? Gerade in Krisenländern Südeuropas sieht der Arbeitsalltag entgegen weitläufiger Meinungen weitaus stressiger aus. In Griechenland etwa arbeiten die Menschen zum Teil 700 Stunden mehr pro Jahr - weil sie häufig einen zweiten Job brauchen, um über die Runden zu kommen. Das darf Stromberg aber nie erfahren ...

Von Carsten Bergmann

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