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Panorama Das ist der Weltmeister der kuriosen Rekorde
Nachrichten Panorama Das ist der Weltmeister der kuriosen Rekorde
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14:29 28.08.2016
Ashrita Furman entzündet in New York 72.000 Kerzen auf einem Geburtstagskuchen. Quelle: JD Gauthier/dpa
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New York

Was treibt einen Mann an, der seit vier Jahrzehnten einen verrückten Rekord nach dem anderen aufstellt? Ashrita Furman ist heute 61 Jahre alt. Seinen ersten Eintrag im Guinness-Buch der Weltrekorde bekam er 1979 mit 27.000 Hampelmännern am Stück. Seitdem balanciert er laufende Rasenmäher auf dem Kinn, klettert mit Stelzen auf Anden-Gipfel, rennt im Sack mit einem Yak um die Wette, pustet eine Briefmarke in Rekordzeit über 100 Meter und zündet, wie an diesem Samstag, 72.000 Geburtstagskerzen auf einem Kuchen an. Warum?

"Ich versuche, meine eigenen Grenzen zu sprengen", sagt Furman der Nachrichtenagentur dpa beim Gespräch in New York. Ebenso wolle er andere Menschen inspirieren, innere Hürden zu überwinden und über sich hinauszuwachsen. Kraft gebe ihm die Meditation, in die er sich trotz Jobs und harten Körpertrainings zwei Mal am Tag für eine halbe Stunde vertiefe. Sie helfen ihm, sich auf sein Ziel zu konzentrieren, Schmerzen und Ermüdung zu vergessen. 

Furman, Sohn eines jüdischen Anwaltes und ehemals Student der Columbia Elite-Universität, ist Manager eines Reformhauses. Er lebt im New Yorker Stadtteil Queens. Dort hatte der in Indien geborene Meditationslehrer Sri Chinmoy (1931-2007) ein Zentrum für Anhänger der östlichen Philosophie eingerichtet. Furman stieß 16-jährig zu ihm, auf der Suche nach "einem tieferen Sinn des Lebens", wie er sagt.  

"Ich war als Streber bekannt. Gleich am ersten Tag in der High School wurde ich verprügelt." Statt an Partys oder eine Karriere dachte der schmächtige Teenager daran, sich ein Jahr lang in einer Höhle zu verkriechen. Von Sri Chinmoy habe er gelernt, durch körperliche Höchstleistungen Ruhe und Frieden zu empfinden. "Glück kommt nicht von Erfolgen, sondern von innerem Fortschritt", habe ihm der Lehrer beigebracht. 

Viele seiner Rekorde seien kurios, räumt Furman ein. "Verrückt", habe seine Mutter sie gescholten. Ihn störe das nicht. "Ich habe mir mein kindliches Gemüt erhalten", sagt der 61-Jährige. Tatsächlich wirkt er unbeschwert, lacht oft und ansteckend. 621 Einträge im Guinness-Buch der Weltrekorde hat er eigenen Angaben zufolge errungen. 206 Rekorde seien ungebrochen, darunter einer seiner schwersten, für den er 20 Kilometer lang ohne Pause Purzelbäume schlug. "Ahrita hat mehr Guinness-Weltrekord-Titel als irgendjemand sonst", schreibt das Komitee auf seiner Webseite.

Ob der neue Rekord mit den meisten brennenden Kerzen auf einem Kuchen hinzu kommt, steht noch nicht ganz fest. Denn bis Guinness neue Rekorde offiziell ausweist, dauert es eine Weile. So wird von Furmans jüngster Tat, dem Lichtermeer von 72.000 Kerzen auf einem Geburtstagskuchen für seinen inzwischen gestorbenen Meditationslehrer, erst in ein paar Monaten offiziell zu lesen sein. Nach Angaben des New Yorkers wäre es sein 207. ungebrochener Rekord. Eine Bestätigung von Guinness für diese Zahl gab es zunächst nicht. Dafür das Lob: "Er probiert und stellt ununterbrochen neue Rekorde auf."

Furman selbst beschreibt seine Höchstleistungen und die Orte, an denen er sie ausführte, humorvoll und mit vielen Bildern auf der eigenen Webseite. Er reise gern, gibt er zu, und habe schon alle sieben Kontinente besucht. Als Kulisse für die Rekorde dienten ihm unter anderen die Schneewüste der Arktis, der Schiefe Turm von Pisa, die weite Ebene der Mongolei.

YouTube und eine halbstündige Dokumentation aus Dänemark stellen den Rekordhalter der Weltrekorde online in Aktion vor. Auch der "New York Times", dem "Wall Street Journal" und dem renommierten Magazin "The New Yorker" sind Furmans kuriose Meisterleistungen seit Jahren ernste Berichte wert.

Gisela Ostwald, dpa

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