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Ashton Kutcher erklärt das Landleben

Interview mit dem "Two and a Half Men"-Star Ashton Kutcher erklärt das Landleben

Die Serie "Two and a Half Men" machte Asthon Kutcher zum Weltstar. Im Interview mit Imre Grimm spricht der Schauspieler über Donald Trump, konservative Klischees und sein neuestes Projekt – die Netflix-Serie "The Ranch".

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Ashton Kutcher wurde 1978 in Cedar Rapids im US-Bundesstaat Iowa geboren und wuchs in einem kleinen Dorf auf.

Quelle: dpa

Mr. Kutcher, in der neuen Netflix-Serie "The Ranch" spielen Sie einen Ex-Footballstar, der zurückkehrt auf die Farm seiner Familie und um den Respekt seines Vaters kämpft. Kampf der Kulturen – ein Sinnbild für die Zerrissenheit der USA?
Ich bin auf einer Farm in Iowa aufgewachsen. Für die meisten Menschen ist die Mitte der USA eine Art Blackbox, eine riesige Welt voller Rätsel. Sie wissen nichts darüber. Normalerweise machen sich Serien ja über die vermeintliche Rückständigkeit im Mittleren Westen lustig. Mit "The Ranch" haben wir es jetzt mal umgekehrt versucht: Sie lachen über uns! Wir wollten in diese Blackbox hineinleuchten, in diese Welt der Familienbetriebe mit Vätern und Söhnen im Blaumann, mit manchmal seltsam wirkenden Werten und Vorstellungen. So, wie andere Serien eben in die politische Welt hineinleuchten, wie zum Beispiel diese eine, wie heißt die noch, mit dem Weißen Haus ...?

In den 90ern startete Ashton Kutcher mit "Die wilden Siebziger" durch. Zuletzt ersetzte der Schauspieler Charlie Sheen in "Two and a Half Men" und wurde zum Serienstar.

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"House of Cards"!?
"House of Cards"! Keiner von uns ist US-Präsident, trotzdem ist es spannend, Einblick in eine Welt zu erhalten, die normalerweise verschlossen ist. Darum geht’s in "The Ranch". Die US-Medien transportieren nur noch eine radikalisierte Version des Konservativen. Die mildere Version in unserer Serie ist ein bisschen näher an der Wahrheit. Hinzu kommt das wachsende Interesse am Landleben. Die Leute wissen so wenig darüber, wo unser Essen herkommt. Wie eine Farm funktioniert. Wie Kälber geboren werden, wie Kühe besamt werden ...

Was bedeutet Ihnen Heimat?
Jeder kommt von irgendwoher. Und dieser Ort hat einen besonderen Platz in seinem Herzen. Ich lebe in Los Angeles. Fast niemand, den ich kenne, ist tatsächlich in L.A. geboren. Das Widersprüchliche ist ja, dass überall auf der Welt Menschen herauswollen aus kleinen Städten, gleichzeitig aber an ihnen hängen.

Stichwort Widersprüchlichkeit: In den USA ist Wahlkampf. Wie erklären Sie sich, dass es dabei so schrill und extrem zugeht wie lange nicht?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste ist, dass die Medien im Bemühen um Aufmerksamkeit und aus wirtschaftlichem Interesse eben viel lieber radikalere, extremere Positionen transportieren als ausgewogene. Die schlüpfrigere Geschichte ist immer die bessere.

Sie wirken zornig.
Nicht zornig, nein. Ich habe mich damit abgefunden, das Geschäft ist eben so. Medienunternehmen müssen profitabel sein. Aber jeder Journalist muss sich jeden Tag fragen: Wie viel von dem, was ich tue, ist wirklich wahrer Journalismus? Und wie viel dient nur dazu, die Maschine am Laufen zu halten? Der zweite Grund ist, dass sich das politische System in den USA viel langsamer entwickelt als die Gesellschaft oder die Technologie. Die Menschen erleben, wie sich Technologien über Nacht radikal verändern können, während die politische Welt in den alten Mustern verharrt. Sie hält nicht Schritt. Die Folge ist, dass sich die Menschen von ihren Politikern nicht mehr repräsentiert fühlen und ein Gefühl der Entmündigung entwickeln. Was tun sie also? Sie suchen nach unpolitischen Lösungen für politische Probleme.

Das ist die Lücke, in die Donald Trump stößt?
Exakt. Ein Nichtpolitiker. Wir haben im Vorwahlkampf eine bizarre Situation: Bei den Demokraten ist ein Sozialist im Rennen, bei den Republikanern ein Nichtpolitiker plus ein extrem Rechter. Die politische Welt in den USA ist extremistisch und festgefahren. Insgesamt wächst die Ungeduld. Umso dankbarer sind Medien für alles, was lauter und offensiver ist. Das bekommt dann möglicherweise mehr Aufmerksamkeit, als es verdient.

Sam Elliot spielt in "The Ranch" Ihren Serienvater, einen alten Bauern, der sich dem technischen Fortschritt verweigert.
Ja. Und der mehrmals sagt, dass er, wenn er könnte, gern Ronald Reagan wählen würde (lacht). Reagan gilt als extrem konservativ, dabei hat er in Wahrheit Abtreibungsbefürworter in den Obersten Gerichtshof berufen und war sehr für Einwanderung. So viel zum Thema republikanische Klischees. Nicht jeder, der aus einem kleinen Ort kommt, ist automatisch uninformiert und radikal.

Zur Person: Aschton Kutcher

Ashton Kutcher wurde 1978 in Cedar Rapids im US-Bundesstaat Iowa geboren und wuchs bei Homestead (148 Einwohner) auf.  1998 wurde er durch die Rolle des Michael Kelso in der Fernsehserie "Die wilden Siebziger" bekannt. Es folgten Hollywoodfilme wie die Kultkomödie "Ey Mann, wo is’ mein Auto?", "Love Vegas", "Happy New Year". 2011 ersetzte er Charlie Sheen in der Sitcom "Two and a Half Men".

Von 2005 bis 2011 war er mit Demi Moore verheiratet. Inzwischen ist seine frühere "Die wilden Siebziger"-Kollegin Mila Kunis seine Ehefrau, die gemeinsame Tochter kam im Oktober 2014 zur Welt. Kutcher ist außerdem Internet-Unternehmer mit Investments in Firmen wie Skype, Foursquare, Airbnb, Path und Netflix. Die ersten zehn Folgen seiner neuen Sitcom "The Ranch" sind bei Netflix zu sehen. Mit dabei sind außer Kutcher Danny Masterson, Debra Winger und Sam Elliot.

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