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Panorama Auch Deutscher (48) unter Toten des Zugunglücks von Ankara
Nachrichten Panorama Auch Deutscher (48) unter Toten des Zugunglücks von Ankara
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19:25 13.12.2018
Bei einem schweren Zugunglück in Ankara wurden mindesten vier Menschen getötet. Quelle: IHA via AP
Ankara

Bei einem schweren Zugunglück am Rand der türkischen Hauptstadt Ankara sind am Donnerstag mindestens neun Menschen getötet worden - unter ihnen ein Deutscher. Das deutsche Opfer war ein Mitarbeiter der staatlichen Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), wie deren Pressestelle der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Aus dem Gouverneursamt in Ankara hieß es am Nachmittag, es handele sich um einen 48-jährigen Mann. Dem Namen nach könnte er türkische Wurzeln haben. Das Auswärtige Amt bestätigte die Information. „Bei dem tragischen Zugunglück in Ankara heute Morgen ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch ein Deutscher verstorben. Dies konnte die türkische Polizei bestätigen“, hieß es in einer E-Mail. Die Botschaft in Ankara sei informiert und stehe mit den türkischen Behörden und den Angehörigen in Kontakt.

Frontalzusammenstoß von Hochgeschwindigkeitszug und Lok bei Ankara

Bei dem Frontalzusammenstoß eines Hochgeschwindigkeitszugs mit einer Lokomotive wurden am frühen Morgen außerdem 86 Menschen verletzt, wie die Staatsanwaltschaft von Ankara am Nachmittag bekanntgab. Am Vormittag war noch von 47 Verletzten die Rede gewesen.

Die Lokomotive war auf denselben Gleisen für eine Kontrollfahrt unterwegs gewesen wie der Zug, der zwischen Ankara und der zentraltürkischen Provinz Konya verkehrte. Nach der Kollision waren Teile des Zugs entgleist und in eine Überführung gekracht. Die Metall-Konstruktion brach auf zwei der Waggons herunter.

Ankara: Unter den Toten sind drei Lokführer

Verkehrsminister Mehmet Cahit Turhan sagte, unter den Toten seien auch drei Lokführer - einer aus der Lokomotive sowie zwei aus dem Hochgeschwindigkeitszug. Bilder zeigten Rettungsarbeiten zwischen den beiden betroffenen Wagen, die umgestürzt zwischen zerrissenem und verbogenem Metall lagen, einer davon quer zu den Gleisen. Nicht weit entfernt war die ebenfalls vom Gleis abgekommene Lokomotive zu sehen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, insgesamt seien 206 Menschen an Bord gewesen.

Der leicht verschneite Unfallort im Bezirk Yenimahalle ist keine stark belebte Ecke der Großstadt Ankara. Der Zug, der weniger als zehn Minuten zuvor am Hauptbahnhof von Ankara losgefahren war, hatte dort auch nicht angehalten. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, der Zug sei vor der Kollision mit rund 90 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Das ist weit weniger als Spitzengeschwindigkeit.

Heiko Maas spricht Opfern in Ankara Beileid aus

Bundesaußenminister Heiko Maas sprach den Opfern und ihren Hinterbliebenen sein „tiefes Mitgefühl und Beileid“ aus. „Ich wünsche den Angehörigen und Verletzten die notwendige Kraft und baldige Genesung“, hieß es in einer Stellungnahme. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan versprach: „Dieser Unfall wird auf allen Ebene untersucht, die Verantwortlichen werden ausfindig gemacht und es wird alles Nötige getan.“

Wieso gleichzeitig zwei Züge auf demselben Gleis fahren durften, konnten die Behörden am Donnerstag noch nicht beantworten. Anadolu zufolge hat die Staatsanwaltschaft in Ankara eine Untersuchung eingeleitet. Schon am Nachmittag wurden drei Mitarbeitern der staatlichen Eisenbahngesellschaft festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Weichensteller, einen Fahrdienstleiter und einen Kontrolleur.

Zugunglücke wie in Ankara sind in der Türkei keine Seltenheit

Zugunglücke sind in der Türkei keine Seltenheit. Erst im Juli waren bei einem schweren Unfall in der Nordwesttürkei mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Der Zug mit 362 Reisenden an Bord war entgleist, nachdem Regen das Gleisbett weggespült hatte.

Die Türkei will Medienberichten zufolge ihr Hochgeschwindigkeitsbahnnetz modernisieren und hofft dabei auch auf Investitionen aus Deutschland.

Von RND/dpa/AP

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