Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Auch viele Männer fühlen sich als Sexismus-Opfer
Nachrichten Panorama Auch viele Männer fühlen sich als Sexismus-Opfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 01.02.2013
Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Fast jeder dritte Mann hat im Berufsleben schon selbst Sexismus erlebt. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 28 Prozent der männlichen Befragten an, sie seien „einmal“ oder „gelegentlich“ mit Anzüglichkeiten konfrontiert gewesen. Bei 3 Prozent war das demnach „schon oft“ der Fall. Bei den befragten Frauen waren die Zahlen mit 48 beziehungsweise 7 Prozent allerdings deutlich höher. YouGov hatte Ende Januar mehr als 1000 Bundesbürger befragt.

Knapp die Hälfte der Männer fand die persönlich erlebte sexuelle Anmache nicht so schlimm. 49 Prozent der Betroffenen erklärten: „Die Anzüglichkeit hat mir nicht viel ausgemacht.“ Frauen reagierten empfindlicher. Nur 14 Prozent von ihnen meinten, eine solche Bemerkung oder Berührung sei nicht so schlimm gewesen. 21 Prozent der betroffenen Frauen sagten, sie hätten die Anzüglichkeit sofort thematisiert und ihren Ärger deutlich gemacht. 18 Prozent zahlten es ihrem Gegenüber mit gleicher Münze heim, 29 Prozent reagierten auf andere Weise. Immerhin 13 Prozent fanden die Situation schrecklich, wagten aber nichts zu sagen.

Was ein Mann oder eine Frau als Sexismus empfindet, kommt der Umfrage zufolge sehr auf die Situation oder die Person an. Dabei unterscheiden sich die Antworten von Frauen und Männern nur wenig. Witze mit sexuellem Inhalt hielten 26 Prozent der Befragten für sexistisch, 29 Prozent hingegen nicht. Die mit 42 Prozent größte Gruppe antwortete: „Kommt darauf an.“ Komplimente für die Kleidung hielten 78 Prozent für unverfänglich. Komplimente für den Körper halten Frauen tendenziell etwas eher für sexistisch als Männer.

7 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen halten Sexismus für ein großes Problem in Deutschland. 62 Prozent aller Befragten erklärten: „Ich finde es wichtig, Grenzüberschreitungen zu thematisieren.“ Zugleich meinten sie, man müsse nicht aus jedem misslungenen Herrenwitz gleich eine Sexismus-Debatte machen.

In einer repräsentativen Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ hielten kurz nach Bekanntwerden des Sexismus-Falls 90 Prozent der Befragten eine Entschuldigung des FDP-Politikers Rainer Brüderle bei der betroffenen „Stern“-Journalisten für angemessen, sollten deren Vorwürfe sich als wahr herausstellen. 45 Prozent sprachen sich dann sogar für einen Rücktritt Brüderles aus - ebenso viele Befragte sahen dafür keinen Grund.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Der mit Sexismus-Vorwürfen konfrontierte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle schweigt weiter: Nachfragen, ob er sich öffentlich bei "Stern"-Journalistin Laura Himmelreich entschuldigen wolle, wich der 67-Jährige am Mittwoch aus.

30.01.2013

FDP-Spitzenkandidat Brüderle trifft jene „Stern“-Journalistin, die mit einem Porträt über ihn eine breite Sexismus-Diskussion ins Rollen gebracht hat. Entschuldigen will sich Brüderle nicht, hält die Debatte aber für legitim. Der SPD reicht das nicht.

30.01.2013

FDP-Chef Philipp Rösler hat die Sexismus-Vorwürfe gegen den Spitzenkandidaten Rainer Brüderle als Angriff auf die Partei bewertet. "Die Vorwürfe gegen ihn sind durchsichtig und haltlos.

29.01.2013

Frankreichs Basken sind äußerst selbstbewusst. Sie haben ihre eigene Traditionen, ihre eigenen Lieder und sogar ihre eigene Sprache, völlig abgekoppelt von der französischen. Seit Donnerstag nun haben sie auch eine eigene Währung: den Eusko.

03.02.2013

Eine Detonation im Keller beschädigt den Hauptsitz der Ölfirma Pemex in Mexiko-Stadt. Die Zahl von 32 Toten könnte noch steigen: Unter den Trümmern wird weiter nach Verschütteten gesucht.

01.02.2013

Kurswechsel des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner bei der „Pille danach“: Katholische Krankenhäuser dürfen sie vergewaltigten Frauen in bestimmten Fällen jetzt doch verordnen.

01.02.2013
Anzeige