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Panorama Aus Celle verschleppte Kinder in Ägypten gesichtet
Nachrichten Panorama Aus Celle verschleppte Kinder in Ägypten gesichtet
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15:43 21.06.2011
Mit diesen Fotos fahndet die Polizei nach den Kindern Quelle: dpa
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Hermannsburg

Vier von ihrem Vater aus Niedersachsen nach Nordafrika verschleppte Kinder sollen wieder in Ägypten sein. „Nach neuen ernstzunehmenden Hinweisen gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass der Beschuldigte am 19. Mai über Assuan wieder nach Ägypten eingereist ist“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Dienstag in Celle. „Damals sollen die Kinder wohlauf gewesen sein“.

Über den derzeitigen Aufenthaltsort konnte die Staatsanwaltschaft aber nichts sagen. Der arbeitslose Krankenpfleger hatte die Kinder am Ostermontag unter einem Vorwand bei seiner Ex-Frau in Hermannsburg abgeholt, war mit ihnen zunächst nach Ägypten geflogen und dann in den Sudan gereist. Er gilt als christlicher Fundamentalist und hat kein Sorgerecht für die zwei Jungen und zwei Mädchen.

Nach dem Vater der Kinder wird international gefahndet. Interpol, Bundeskriminalamt und Auswärtiges Amt sind eingeschaltet. „Unsere Botschaften vor Ort sind mit dem Fall befasst und haben die örtlichen Behörden um Unterstützung gebeten“, hieß es am Dienstag beim Auswärtigen Amt in Berlin. Diese sei auch zugesagt worden.

Bis dahin hatte die Spur in den Sudan geführt. Ein Leser-Reporter der „Bild“-Zeitung hatte den Vater mit den Kindern Jonas (8), Benjamin (7), Miriam (5) und Lisa (4) im nordsudanesischen Wüstenort Wadi Halfa gesehen. Die Geschwister sollen zufrieden, aber auch verschüchtert gewirkt haben.

Ein am Dienstag veröffentlichtes Foto des „Bild“-Lesers zeigt zwei blonde Mädchen vor einer Baracke. Zumindest eines davon hat die Mutter als ihre Tochter erkannt, das andere ist nur von hinten zu sehen. Der Leser-Reporter soll am 9. Mai wie die Familie mit einer Fähre von Ägypten in den Sudan gereist sein. Dort hätten sie einige Tage im selben Hotel in Wadi Halfa gelebt, sagte er in „Bild“.

„Ich habe keine Ahnung, was er dort unten mit den Kindern macht, wie er den Alltag organisiert“, hatte die besorgte Mutter in der vergangenen Woche bei „stern TV“ erklärt. „Wo wohnen sie? Wie kommen sie an Essen und sauberes Trinkwasser?“ Über die Motive ihre Ex-Mannes hatte auch sie nur spekulieren können: „Für ihn war die Welt eine Sünde. Und aus dieser sündigen Welt wollte er die Kinder rausholen.“ Auch die Ehe sei an seinem Fanatismus zerbrochen.

dpa

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