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Haftstrafe für Esoteriker-Paar

BGH-Urteil wegen Kindesmisshandlung Haftstrafe für Esoteriker-Paar

Ein Esoteriker-Paar muss drei Jahre ins Gefängnis, weil es seinem kranken Kind lebensnotwendige Behandlungen vorenthalten hat. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag entschieden. 

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 Der BGH in Karlsruhe bestätigte das Urteil gegen die Esoteriker.

Quelle: dpa

Karlsruhe. Damit verwarf das oberste deutsche Gericht die Revision der Angeklagten gegen eine Verurteilung des Landgerichts Nürnberg-Fürth zu jeweils drei Jahren Haft wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Nach Überzeugung des BGH-Strafsenats ließen die Mutter und ihr Lebensgefährte den damals zwölf Jahre alten Jungen ab Ende 1999 absichtlich leiden, indem sie die dringend notwendige Behandlung seiner Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose abbrachen und stattdessen auf alternative Heilmethoden vertrauten. "Darin sieht der Senat ein Quälen", sagte der Vorsitzende Richter.

Mutter und Stiefvater des Kindes waren zwischen 1999 und 2002 nicht mit ihm beim Arzt gewesen. Stattdessen setzten sie auf Fasten und Meditieren. Mit knapp 16 Jahren floh der Junge schließlich zu seinem Vater, nachdem er auf 30 Kilo abgemagert und seine Lunge irreparabel geschädigt war. Heute ist er 28 Jahre alt. Beim BGH war die Frage, ob die beiden vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben. "Sie wollte das Wohl ihres Kindes mit abstrusen Mitteln erreichen, aber sie wollte immer noch sein Wohl", sagte die Anwältin der Frau. Die Mutter habe ihn nicht zwingen wollen und sei überzeugt gewesen, ihm mit esoterischen Methoden Gutes tun zu können. Bei Mukoviszidose verstopfen die Atemwege in der Lunge, die Ausführungsgänge an der Bauchspeicheldrüse und die Gallenwege mit zähem Schleim.

dpa

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