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Kriminelle sprengen immer mehr Geldautomaten

BKA Kriminelle sprengen immer mehr Geldautomaten

Immer häufiger werden Geldautomaten von Kriminellen in die Luft gesprengt. Deutschlandweit hat sich die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen binnen vier Jahren mehr als verdreifacht. Vor allem kleinere Orte gelten als besonders gefährdet.

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Seit Jahren gehen die Täter ähnlich vor: Ein Gas oder ein Gasgemisch wird in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet. Pyrotechnik oder gewerblicher Sprengstoff werden dagegen eher selten eingesetzt.

Wiesbaden. Deutschlandweit hat die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten durch Kriminelle in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 2011 waren es bundesweit 38 Fälle mit erfolgtem oder versuchtem Diebstahl auf diesem Wege, 2013 schon 89 und im vergangenen Jahr dann 132 Fälle, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Seit Monaten erregt eine ganze Reihe solcher Taten in Nordrhein-Westfalen Aufsehen, der Schaden geht allein hier in die Millionen. Schwerpunkte sind der Behörde zufolge neben NRW auch Niedersachsen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Methode ist nicht immer erfolgreich

Im Westen schlugen Täter zuletzt etwa in kleineren Städten wie Lippetal, Übach-Palenberg oder Herzogenrath zu - für das BKA eine durchaus übliche Vorgehensweise. Denn die Orte solcher Taten lägen überwiegend auf dem Land, oft hätten sie weniger als 1000 Einwohner. Bevorzugt werde eine gute Verkehrsanbindung für eine einfache Flucht - etwa nahe Autobahnen oder Bundesstraßen.

Erfolgreich sind die Täter längst nicht immer: Nur bei 60 der insgesamt 132 Fälle dieser schweren Diebstähle im Jahr 2015 wurde Bargeld erbeutet. Aktiv sind laut BKA sowohl Einzeltäter als auch Banden. "Die ermittelten Tatverdächtigen sind oft bereits mit Eigentumsdelikten oder anderen Straftaten in Erscheinung getreten", teilte das BKA mit. Es gebe sowohl Täter aus der jeweiligen Region als auch reisende Gruppen von Kriminellen, die überwiegend aus Ost- und Südosteuropa stammten oder aus den Niederlanden einreisten.

Schaden oft höher als Beute

Seit Jahren werde ähnlich vorgegangen: Ein Gas oder ein Gasgemisch werde in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet. Nur selten werde Pyrotechnik oder gewerblicher Sprengstoff eingesetzt. Der entstandene Schaden aus Diebstahl und Sprengung könne sich in Einzelfällen auf weit mehr als 100.000 Euro belaufen, wobei dann der Schaden an den Gebäuden den Wert der Beute übersteige.

Häufig könnten Täter das Ausmaß der Sprengung nicht recht einschätzen und nähmen erhebliche Schäden zumindest billigend in Kauf, betonte die Behörde. Manchmal würden Täter verletzt, Unbeteiligte seien nach Wissen des BKA bislang aber noch nicht zu Schaden gekommen.

dpa

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