Frankfurt/Main. Die Bahn hat zwei zurückkehrenden Passagieren der „Costa Concordia“ die Heimreise verwehrt – weil diese kein Geld für eine Fahrkarte dabei hatten. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Montag mitteilte, habe sich der Vorstand inzwischen bei dem 70 Jahre alten Mann und seiner 66 Jahre alten Frau aus dem Westerwald für die Panne am Sonntag entschuldigt. Statt der Bundespolizei am Fernbahnhof des Flughafens die Notlage zu schildern, hätten die beiden mit dem Zugpersonal verhandelt, das für solche Situationen nicht ausgebildet sei. Medien hatten am Montag über den Vorfall berichtet.
Gleichzeitig machte der Sprecher den Reiseveranstalter für die missglückte Heimreise der beiden verantwortlich. „Generell muss der Reiseveranstalter sicherstellen, dass seine Gäste in einem solchen Fall nach Hause kommen“, sagte er.
Das Ehepaar war nach dem Schiffsunglück vor der toskanischen Küste mit einem Reisebus von Italien aus zum Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens gebracht worden. Von dort aus wollte es mit dem ICE nach Hause fahren.
Zwei weitere Leichen in „Concordia“ gefunden
Taucher haben zwei weitere Leichen im Inneren des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ gefunden. Bei den Toten handele es sich um Frauen, teilten die Bergungsmannschaften am Montag auf der Insel Giglio mit. Damit sind insgesamt 15 Leichen geborgen, 8 davon wurden identifiziert. Die beiden Frauen seien auf Deck des havarierten Schiffes entdeckt worden, teilte Krisenstabsleiter Franco Gabrielli mit. Die Rettungstaucher werden sich bei der Suche weiter auf das Deck konzentrieren, wie ein Feuerwehr-Kommandant berichtete.
Derweil haben die italienischen Verantwortlichen grünes Licht für den Start der Bergungsarbeiten der rund 2300 Tonnen Treibstoff gegeben. Nach eingehenden Untersuchungen stehe dem nichts mehr im Weg, sagte Gabrielli. Die niederländische Firma Smit wird am Dienstagmorgen mit den Vorbereitungen am Schiff beginnen. In dieser Woche dürfte das Abpumpen beginnen, sagte ein Verantwortlicher.
Gabrielli erklärte, der vor knapp eineinhalb Wochen gekenterte Luxusliner sei stabil. „Die Gefahr besteht nicht mehr, dass er absinkt“, sagt er. Dies hätten umfangreiche Messungen in den vergangenen Tagen ergeben. Zuletzt waren durch minimale Bewegungen der „Concordia“ die Suche nach Vermissten teilweise unterbrochen und der Start der Öl-Bergungsarbeiten verhindert worden.
dpa
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