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Panorama Sturmtief „Eberhard“ legt Zugverkehr in Deutschland teilweise lahm
Nachrichten Panorama Sturmtief „Eberhard“ legt Zugverkehr in Deutschland teilweise lahm
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18:13 10.03.2019
Ein ICE der Bahn fährt aus einem Hauptbahnhof heraus. Quelle: Boris Roessler/dpa
Düsseldorf

Die Tiefdruckgebiete „Dragi“ und „Eberhard“ haben den Menschen in großen Teilen Deutschlands ein stürmisches Wochenende beschert. Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen wegen Sturmschäden und „zur präventiven Schadensabwendung“ ein. Die Züge würden nun am nächsten Bahnhof gestoppt, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag.

Zunächst waren nur Teile des Regionalverkehrs in NRW eingestellt worden. Mittlerweile dürfen auch keine Regionalzüge mehr fahren. „Aktuell arbeiten wir intensiv daran, die durch das Sturmtief entstandenen Schäden zu beheben“, teilte die Bahn am Sonntag mit. An den Bahnhöfen wie etwa in Dortmund bildeten sich lange Schlangen an den Informationsschaltern. Wann die Züge wieder fahren können, sei noch unklar, sagte ein Sprecher.

Die Deutsche Bahn bot Fahrgästen, die am Sonntag eine Reise antreten wollten, an, die Fahrt kostenfrei zu stornieren. Die Bahn rechnete vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands mit Folgen des Sturms.

Bei Aachen und Köln waren zuvor an mehreren Stellen Bäume auf die Schienen und blockierten den Zugverkehr. Auch zwei wichtige Stellwerke in Wuppertal und Essen waren wegen des Sturms zeitweise gestört.

Gestrandet

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Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es Einschränkungen im Bahnverkehr und Wetter-Kapriolen:

• In Niedersachsen und Hessen waren Bahnstrecken und Straßen am Wochenende wegen umgestürzter Bäume gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Bei Northeim wurde eine Kreisstraße gesperrt. In Frankfurt am Main stürzte eine 25 Meter hohe Fichte gegen ein Haus, verletzt wurde niemand.

• In Rheinland-Pfalz beschädigte das Unwetter die Stadthalle in Bitburg. Nach ersten Erkenntnissen sei das Dach der Halle am Sonntagmittag zumindest teilweise abgedeckt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Feuerwehr habe die Halle abgesperrt, um Menschen vor herumfliegenden Teilen zu schützen. In Trier stürzte ein Baum auf ein Auto während der Fahrt. Der Fahrer sei unverletzt, sagte ein Feuerwehrsprecher.

• Für Baden-Württemberg und Teile von Bayern warnte der DWD insbesondere für den Sonntagnachmittag vor orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten im Flachland bis 110 Kilometer pro Stunde. Auf dem Feldberg wurden demnach sogar Geschwindigkeiten bis 150 Stundenkilometer gemessen. Im Schwarzwald stellten mehrere Skilifte den Betrieb ein, wie ein Sprecher der Liftbetreiber sagte.

• In Sachsen beeinträchtigten Sturmböen und Gewitter den Verkehr am Samstag vor allem im Südwesten des Bundeslandes. In der Region Zwickau und im Vogtlandkreis stürzten Bäume und Verkehrsschilder um. Für Sonntagabend sagte der DWD erneut schwere Sturmböen oder sogar orkanartige Böen voraus. Auf dem Fichtelberg seien Windböen von bis zu 130 Kilometer pro Stunde möglich.

Sturmtief fegt über Nordrhein-Westfalen

Noch bis zum Sonntagabend um 20.00 Uhr gilt für weite Teile Nordrhein-Westfalens die zweithöchste Unwetter-Warnstufe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD rechnete mit Windstärke 11, teilweise sei sogar Stärke 12 möglich. Das entspricht orkanartigen Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 Kilometern pro Stunde. Dabei können Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden.

Die Meteorologen mahnten, dass sich Menschen möglichst nicht im Freien aufhalten sollten. Auf den Sonntagsspaziergang solle man lieber verzichten.

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„Eberhard“ traf am Sonntagnachmittag zunächst den Westen Nordrhein-Westfalens. Rund um Aachen stürzten Äste auf die Autobahnen 4 und 44. Auch in Bochum fielen Bäume um. „Die gesamte Freiwillige Feuerwehr wurde in Alarmbereitschaft versetzt“, schrieb die Bochumer Feuerwehr bei Twitter. In Duisburg wurde ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein. Das Führerhaus sei glücklicherweise unbesetzt gewesen. Der Schiffsverkehr wird um die Gefahrenstelle herumgeleitet.

Die Zoos in Dortmund und Wuppertal sowie der Tierpark Hamm wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen. Auch den Westfalenpark in Dortmund und der Grugapark in Essen mussten die Besucher am Sonntag verlassen.

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Von RND/dpa