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Baskenland führt eigene Währung ein
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Eusko Baskenland führt eigene Währung ein

Frankreichs Basken sind äußerst selbstbewusst. Sie haben ihre eigene Traditionen, ihre eigenen Lieder und sogar ihre eigene Sprache, völlig abgekoppelt von der französischen. Seit Donnerstag nun haben sie auch eine eigene Währung: den Eusko.

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Tauschhandel im Baskenland: Der Eusko.

Quelle: dpa

Baskenland. Die lokale Währung in der südwestfranzösischen Region ist nun Zahlungsmittel – und macht dem Euro Konkurrenz. Auch wenn das die französische Zentralbank anders sieht und gestern klarstellte: „Das ist Tauschhandel. Die einzige legale Währung ist der Euro.“

Die Basken, ähnlich eigensinnig wie die spanischen Verwandten südlich der Landesgrenze, wollen ihre neue Währung denn auch nicht als Protest gegen den kriselnden Euro verstanden wissen. Dennoch setzt die regionale Wirtschaft viel Hoffnung in die neue Währung. Es geht ums Prinzip – und um das Ankurbeln der lokalen Wirtschaft: Denn jeder Schein wird nur in baskischen Geschäften angenommen und ausgegeben. Das soll der ganzen Region zugutekommen, die kaum Industrie hat, vor allem vom Tourismus und ein wenig Landwirtschaft lebt und einige eigene, geschützte Produkte anbietet, wie etwa das Gewürz Piment d’Espelette. Unternehmer, die einen Eusko wieder in einen Euro umtauschen wollen, können das nur mit fünf Prozent Verlust. Das soll sie dazu anhalten, das lokale Geld auch in lokale Projekte zu investieren.

Zum Auftakt kamen Donnerstag 126 000 Eusko in den Umlauf. Wer an dem Währungskreis teilnehmen will, muss für einen Jahresbeitrag der lokalen Vereinigung „Euskal Moneta“ beitreten und sich zu den Werten Umweltschutz und Solidarität und zur baskischen Sprache Euskara bekennen. Mehr als 70 Geschäftstreibende und 300 Einzelpersonen waren am ersten Tag angemeldet, darunter die Barbesitzerin Maider Laduche in der baskischen Gemeinde Ascain: „Ich verkaufe lokale Produkte. Es ist klar, dass ich als Dienstleister den Eusko annehme. Jetzt müssen noch meine Lieferanten mitmachen“, sagte sie gestern. Im französischen Baskenland, wo auch die Kinder Euskara lernen und sprechen und der Zusammenhalt groß ist, erscheint das nicht unwahrscheinlich. Zumal es recht erfolgreiche internationale Vorbilder gibt wie den britischen „Bristol Pound“ oder den bayerischen „Chiemgauer“.

Zwar stößt die Rechtspopulistin Marine Le Pen mit ihrem Vorschlag, aus der europäischen Währungsunion auszusteigen, in Frankreich auf wenig Resonanz. Dennoch ist auch in Frankreich die Einführung einer lokalen Alternativwährung keine Premiere: Der Eusko hat rund 15 Vorgänger, wie die „Biene“ in der Kleinstadt Villeneuve-sur-Lot, die „Sardine“ im bretonischen Quimper oder den „Veilchen-Sold“ in der südfranzösischen Stadt Toulouse, deren Wahrzeichen das violette Veilchengewächs ist. Dort entwickelte sich die stadteigene Währung seit Einführung im Februar 2011 zu einem Überraschungserfolg: Inzwischen tauschen sie fast 100 Geschäfte und 1000 Einzelpersonen untereinander aus.

Birgit Holzer

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