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Panorama Bayerische Gemeinden starten Grüß- und Duz-Offensive
Nachrichten Panorama Bayerische Gemeinden starten Grüß- und Duz-Offensive
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18:50 29.06.2011
In der oberbayerischen Gemeinde Taufkirchen geht der Bürgermeister persönlich gegen unfreundliche Mitbürger vor. Quelle: dpa
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Zum Beginn der Ferienzeit starten zwei bayerische Gemeinden Grüß- und Duz-Offensiven: Mit Stickern und Plakaten kämpft Taufkirchen gegen Gruß-Muffel und der Allgäuer Ferienort Oberstaufen bietet seinen Gästen das „Du“ an. Die Taufkirchener Grußkampagne von Bürgermeister Jörg Pötke sorgt allerdings für erbitterten Streit im Gemeinderat.

Pötke, der der Partei „Initiative lebenswertes Taufkirchen“ (ILT) angehört, ließ große Transparente aufhängen und 5000 Anstecknadeln anfertigen. „Hallo“ steht darauf. Das soll die Menschen im Ort zum Grüßen animieren, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Vortag berichtete. „Vielen liegt ein „Grüß Gott“ vielleicht auf der Zunge, trauen sich dann aber doch nicht, es rüberzuschicken“, sagte Pötke.

Doch die übrigen Parteien im Taufkirchener Gemeinderat wittern politischen Unrat. Grund ist nicht die Initiative selbst: „Die halten wir im Prinzip alle für gut“, sagte Gabriele Zaglauer-Swoboda, die örtliche Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Vielmehr stört sie sich an der Farbe der Sticker und Transparente des Bürgermeisters: „Es entspricht dem Orange der ILT“, beschwerte sich die Politikerin. Der Fraktionschef der CSU im Gemeinderat, Paul Haberl, spricht gar von „Propaganda“.

Gemeinde untersagt verteilaktion der Anstecknadeln

Am Dienstagabend kam es zum Showdown, die CSU stellte einen Dringlichkeitsantrag. Mit 14 zu 10 Stimmen untersagte der Gemeinderat die Verteilaktion. Doch Bürgermeister Pötke ignorierte den Beschluss. Es sei ihm schleierhaft, was die anderen Parteien geritten habe, meinte der Bürgermeister. Das Orange sei leuchtend, auffallend. „Sollen wir denn unsere Müllabfuhrlaster nun auch umspritzen lassen?“. Pötke verteilte am Mittwoch seine insgesamt 300 Euro teuren Anstecknadeln unter anderem am Bahnhof.

Oberstaufen startet unterdessen in der kommenden Woche einen Pilotversuch: In der Touristen-Information können sich Gäste mit der Wahl des Service-Schalters entscheiden, ob sie mit „Du“ oder „Sie“ angesprochen werden wollen. Bis September sollen die Urlauber so abstimmen. „Ich bin gespannt, wie die Menschen reagieren und für was sich die Mehrheit entscheidet. Abhängig vom Ergebnis werden wir überlegen, ob wir unsere Gäste künftig grundsätzlich duzen“, sagte Tourismus-Chefin Bianca Keybach.

Oberstaufen hatte bereits im vergangenen Jahr bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Während in Deutschland viele Städte und Gemeinden gegen den Internet-Dienst Google Street View Sturm liefen, luden die Oberstaufener den Konzern zu sich ein und waren als erste deutsche Gemeinde im Internet zu besichtigen.

jhe/dpa

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