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Unkonventionelle Models erobern die Laufstege

Berlin Fashion Week Unkonventionelle Models erobern die Laufstege

Mode für alle: Auf der Berliner Fashion Week mischen sich auch einige ungewöhnliche Models unter die sonst oft gertenschlanken, jungen Frauen – dem Publikum gefällt's. Ein Model machte dabei besonders von sich reden.

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Von wegen jung und 90-60-90: Auf der Berliner Fashion Week setzten einige Designer auf eher unkonventionelle Models.

Quelle: dpa

Berlin. Von wegen klapperdürr und blutjung: Auf der Berliner Fashion Week haben einige Designer auf unkonventionelle Models gesetzt. Beim Label Minx liefen am Mittwoch zwei mollige Models über den Laufsteg – sie bekamen einen Extra-Applaus vom Publikum.

Auf derselben Show war auch ein etwas älteres Model mit grauen Haaren zu sehen, das von den Zuschauern ebenfalls begeistert empfangen wurde. Schon am Vorabend hatte Riani ein fülliges Model auf den Catwalk geschickt, zusammen mit Dragqueen Olivia Jones und Ex-Schwimmerin Britta Steffen.

Mut zum Anderssein: Auf der diesjährigen Berliner Fashion Week setzten einige Designer auf ungewöhnliche Models. Die etwas fülligeren oder älteren Mannequins wurden vom Publikum gefeiert. Und ein Rollstuhl-Model zog alle Blicke an sich.

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Einer aber zog alle Aufmerksamkeit auf sich: Tan Caglar. Das Rollstuhl-Model war vor Beginn der Fashion Week bei der Schau der Marke Fredini Luxusmode dabei. Der Sportler hatte sich lange vor der Öffentlichkeit versteckt. Als klar wurde, dass er dauerhaft nicht mehr ohne Rollstuhl auskommen würde, versank Tan Caglar in tiefe Depressionen. Erst das Basketballspielen hat ihn aus der schweren Krise geholfen.

Warum er für die Modenschau angesprochen wurde? "Die Modewelt ist übersättigt mit Perfektion. Ich wirke da interessant", sagt Caglar. Außerdem möchte er anderen Mut machen. Caglars Vision ist, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich in allen Bereichen des Lebens präsent sind, ohne dass davon viel Aufhebens gemacht wird.

So solle auch sein Rollstuhl auf dem Laufsteg zur Nebensache werden. "Erst dann ist Inklusion erreicht", sagt das Model. Der Spielmacher des Bundesligisten Baskets 96 Rahden hat neben der Modelkarriere auch ehrgeizige sportliche Ziele: "Die Paralympics im September in Rio de Janeiro sind ein Traum."

Der Trend etabliert sich

Ganz neu sind überraschende Models wie bei Fredini, Riani oder Minx übrigens nicht: Riani machte bereits in der Vergangenheit von sich reden, als das Label Anna Ermakova, die Tochter von Boris Becker, auf den Laufsteg schickte. Bei Michael Michalsky, der dieses Mal auf ein großes Event verzichtet, lief mit Eveline Hall auch bereits ein älteres Model.

In Berlin zeigen die Designer der Modewoche seit Dienstag ihre Kreationen für Herbst und Winter.

Von Antonia Lange und Christina Sticht

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